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US-Medien über das mögliche Aus des Opel-Werks in Bochum

"Teuerste Werksschließung der GM-Geschichte"

Seit Wochen berichten US-Medien über ein mögliches Aus für das Opel-Werk in Bochum. Auf der heutigen Betriebsversammlung könnte das Ende des Werks tatsächlich eingeläutet werden. Die Frage, inwieweit das Management der Opel-Mutter General Motors für die Krise verantwortlich ist, stellen US-Medien nicht.

Von Ralph Sina, WDR, ARD-Hörfunkstudio Washington

"GM ist entschlossen, Opel in Bochum schließen", berichtete bereits im vergangenen Monat Amerikas nationaler Radiosender NPR. Christopher Werth, der General Motors-Experte des nicht-kommerziellen Radiosenders, machte sich auf den Weg zur Recherche nach Bochum. Und zwar für die NPR- Sendung "Marktplatz", ein renommiertes US-Wirtschaftsmagazin.

"Ich bin für meine Bochum-Recherche gerade in einen Leihwagen gestiegen", berichtet der General Motors-Experte den Hörern. Passend zum Thema in einen Opel. Die Werksleitung war von der Recherche des US-Journalisten nicht gerade begeistert. Seine Bitte um eine Werksbesichtigung sei von der Opel-Unternehmensführung abgelehnt worden, berichtet der NPR-Reporter.

Dafür empfingen ihn die Bochumer Opel-Arbeiter um so offener. "Opel muss hier bleiben", sagt Markus Bauer dem US-Reporter. Er arbeitet seit über zehn Jahren in Bochum.

Seit Wochen prophezeien US-Medien das Aus für Opel

Das Opel-Werk in Bochum
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Dem Opel-Werk in Bochum droht die Schließung

Ob der Radiosender NPR oder die "New York Times", ob die Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal", der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg oder die GM-kundige Detroit Free Press: Seit Wochen prophezeien führende Medien in den USA das Aus für Opel in Bochum bis Ende 2016.

Die Opel-Mutter GM habe schließlich Milliarden von Dollar in den letzten Jahren in Europa verloren. betonen die US-Medien. Allein für dieses Jahr kalkuliere GM mit 1,8 Milliarden Dollar Verlust in Europa, rechnet die "New York Times" vor. Seit 12 Jahren sei das Europa-Geschäft von GM defizitär. Und eine Wende frühestens 2015 in Sicht, betonen US-Medien übereinstimmend.

Keine Fragen nach Fehlern des GM-Managements

Die Frage, inwieweit das Detroiter Management für die Opel-Krise verantwortlich ist, wird nicht gestellt. Die Tatsache, dass seit 1970 im Durchschnitt alle drei Jahre der Opel-Chef wechselte. Und der Vorwurf, dass GM seine Tochter daran hindert, in wichtige Wachstums-Märkte außerhalb der EU zu exportieren und General Motors zudem Opel mit seinen Chevrolet-Modellen in Europa Konkurrenz macht, thematisieren die US-Medien nur am Rande. Stattdessen betont die "New York Times", die zweigeschossige Produktionsanlage in Bochum sei veraltet. Das Durchschnittsalter der Belegschaft sei zudem überdurschnittlich hoch und die Arbeitskosten damit auch.

`Teuerste GM-Werksschließung`: US-Medien zu OPEL Bochum
R. Sina, WDR Washington
10.12.2012 02:24 Uhr

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"Die Gewerkschaften in Deutschland sind stark", klärt der Radiosender NPR die US-Hörer auf. "Bei Autokonzernen wie Opel bestimmt die Gewerkschaft über den Aufsichtsrat bei wichtigen Entscheidungen mit." Nicht zuletzt wegen dieser starken Gewerkschaftspräsenz habe es seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kein deutscher Massenhersteller gewagt, ein Autowerk wie Opel Bochum zu schließen, betonen Amerikas führende Zeitungen und elektronische Medien. Das werde sich angesichts der Überkapazitäten in Europa allerdings sehr schnell ändern.

Teuerste Werksschließung in der GM-Geschichte

Allerdings drohe das scheinbar unabwendbare Aus für Opel in Bochum für GM sehr teuer zu werden, warnt der NPR. Die Abfindungen für die Arbeiter, die Sanierung des Bochumer Geländes und die Kosten für Umschulungsmaßnahmen könnten für einen neuen zweifelhaften GM-Rekord sorgen.

Dies könnte die teuerste Werksschließung in der GM-Geschichte werden. Die amerikanische Praxis, Arbeiter einfach zu feuern und die leerstehenden Fabriken verrotten zu lassen, funktioniere in Deutschland nicht, klärt NPR-Reporter Werth seine US-Hörer auf. Werth lässt Hans Peter Merz von der Industrie-und Handelskammer in Bochum zu Wort kommen. "Du kannst hier nicht einfach das Licht ausmachen und nach Hause gehen."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Dezember 2012 um 9:00 Uhr.

Stand: 10.12.2012 03:18 Uhr

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