Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Weitere ARD Online-Angebote.

21.11.2009

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 12:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 10:00 Uhr
Inhalt
Wirtschaft

Opec lässt die Öl-Fördermenge unverändert

Opec lässt die Öl-Fördermenge unverändert

"Der hohe Preis hat nichts mit einem Mangel zu tun"

Obwohl Öl derzeit so teuer ist wie nie zuvor, will die Opec die Fördermenge nicht erhöhen. Der Preis habe weniger mit einem Mangel an Rohöl zu tun als vielmehr mit Spekulationen und der Dollarkrise, so ihr Argument.

Von Eberhard Nembach, ARD-Hörfunkstudio Wien

Opec-Präsident Chakib Khelil  (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Sieht in der US-Finanzkrise einen der Gründe für den hohen Ölpreis: Opec-Präsident Chakib Khelil. ]
Die Vertreter der Opec-Staaten beschlossen in Wien, die tägliche Förderung unverändert zu lassen. Diese Entscheidung war erwartet worden, zumal auch Saudi-Arabien, der größte Ölproduzent der Welt, sich für die Beibehaltung der Förderquoten eingesetzt hat. Andere Opec-Mitglieder wie Iran oder Algerien haben sich damit nicht durchgesetzt, sie wollten die tägliche Fördermenge senken. Ihr Argument: Die Abschwächung der Konjunktur in den USA lasse einen geringeren Öl-Bedarf erwarten. Außerdem seien die hohen Preise jenseits der 100-Dollar-Marke zum großen Teil auf Spekulationen zurückzuführen.

Es sei genügend Öl auf dem Markt, sagte Opec-Präsident Chakib Khelil zum Abschluss des Treffens. "Wenn die Preise jetzt hoch sind, hat das nichts mit einem Mangel an Rohöl zu tun. Das hat damit zu tun, was in den USA passiert - mit der Finanzkrise, der Dollarschwäche und der Spekulation an den Rohstoffmärkten", so Khelil.

Vor allem Saudi-Arabien kann Ölmarkt beeinflussen

Der schwache Dollar sorgt zudem derzeit dafür, dass die hohen Ölpreise den Produzenten nicht unbedingt fühlbar mehr Geld in die Kassen spülen. Dank der Dollar-Schwäche schlagen die hohen Ölpreise aber auch nicht unbedingt auf die Benzinpreise in der Euro-Zone durch. Zuletzt hatten vor allem die US-Vertreter die Opec gedrängt, ihre Ölförderung keinesfalls zu drosseln, zumal der Ölbedarf Indiens und vor allem Chinas hoch ist. Unklar ist, wie stark die Opec-Staaten mit ihrer tatsächlichen Förderung von den vereinbarten Quoten abweichen. Durch eine kurzfristige Über- oder Unterproduktion kann vor allem Saudi-Arabien den Ölmarkt direkt beeinflussen.

Russland setzt auf Dialog mit der Opec

Bei der Opec-Konferenz verwiesen die Teilnehmer einmal mehr darauf, dass auch Nicht-Opec-Staaten ihren Beitrag zur Ölversorgung leisten müssten. Diesmal waren etwa Vertreter Russlands und Sudans zum Wiener Treffen eingeladen. "Unsere Anstrengungen, die weltweite Energie-Sicherheit zu stärken, können nur im Dialog mit allen unseren Partnern effektiv sein", so der stellvertretende russische Energie-Minister Anatolij Janovskij. Es müssten für langfristoge Erfolge die wechselseitigen Interessen der Produzenten-, Verbraucher- und Durchgangs-Länder berücksichtigt werden. Russland wolle den Dialog sowohl mit einzelnen Staaten, als auch mit Organisationen wie der Opec verstärken.

In der Vergangenheit hatte es Kritik an China gegeben, das etwa mit dem umstrittenen Regime im Sudan über Öl-Lieferungen verhandelt. Sudan habe seine Ölproduktion stark ausweiten können mit der Fertigstellung einer Pipeline im vergangenen Jahr, so der der sudanesische Energieminister Zubair Ahmed Hassan, in Wien. Derzeit werde die Förderung ausgeweitet.

Opec-Experten rechnen mit sinkender Nachfrage

Die Minister der Opec-Staaten bei ihrem Treffen in Wien (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wollen die Fördermenge nicht verändern: Die Minister der Opec-Staaten bei ihrem Treffen in Wien. ]
Die Analysten beim Opec-Treffen in Wien beschreiben die derzeitige Lage an den Ölmärkten als unübersichtlich. Die Preise seien durch Spekulation getrieben und hätten auch mit Unsicherheiten zu tun, etwa was die politische Lage in Nigeria, in Iran und im Nahen Osten insgesamt betrifft - aber auch den Streit zwischen Venezuela und dem US-Konzern Exxon. Die Nachfrage dürfte in diesem Jahr leicht fallen, rechnen die Experten beim Opec-Generalsekretariat vor. Unsicher bleibt aber, ob die möglicherweise schwächere Nachfrage in den USA durch einen anhaltend hohen Bedarf in Asien ausgeglichen oder sogar übertroffen wird. Der mächtige saudische Ölminister Ali El-Naimi hat in Wien schon vorsorglich gewarnt, dass auch langfristig mit Ölpreisen nicht unter 60-70 Dollar zu rechnen sein.

Stand: 05.03.2008 18:14 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW