Eine Frau kauft in einem Supermarkt ein. | Bildquelle: dpa

Inflation in Deutschland Verbraucherpreise steigen weiter

Stand: 30.01.2017 17:04 Uhr

Verbraucher in Deutschland müssen für Tanken und Nahrungsmittel wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Inflation ist so stark wie seit Juli 2013 nicht mehr gestiegen. Grund sind vor allem die kräftig steigenden Energiepreise.

Die Inflation in Deutschland ist so stark wie seit Juli 2013 nicht mehr. Laut einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamts legten die Verbraucherpreise im Januar um 1,9 Prozent zu. Bereits im Dezember lag die Teuerungsrate bei 1,7 Prozent. Die Bundesbank hatte schon vor einiger Zeit die Erwartung geäußert, dass die Inflation im Januar auf mehr als 2,0 Prozent zulegen könnte.

Für die höheren Lebenshaltungskosten sorgte insbesondere der anziehende Ölpreis. Energie verteuerte sich im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent. Aber auch Nahrungsmittel erwiesen sich als Kostentreiber: Die Verbraucher mussten dafür 3,2 Prozent mehr bezahlen als vor Jahresfrist. Auch die Wohnungsmieten stiegen um 1,6 Prozent.

Rasanter Anstieg wird nicht erwartet

Einen rasanten Anstieg der Lebenshaltungskosten erwarten Ökonomen indes nicht. Die Bundesbank rechnet in Deutschland für dieses Jahr mit einer moderaten Teuerungsrate von 1,4 Prozent, im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 0,5 Prozent.

Mittelfristig strebt die Europäische Zentralbank eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent in den Euro-Staaten an. Dass der Wert nun in Deutschland - der größten Volkswirtschaft des Euroraums - annähernd erreicht wurde, ist Wasser auf die Mühlen der Gegner einer lockeren Geldpolitik.

So hatte auch Bundesbankchef Jens Weidmann mit Blick auf die anziehende Inflation bereits in der vergangenen Woche laut über eine Abkehr von der laxen geldpolitischen Linie der EZB nachgedacht. "Wenn diese Preisentwicklung nachhaltig ist, wird damit die Voraussetzung für den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik geschaffen", so Weidmann. Die EZB will damit die Konjunktur beflügeln und die unerwünscht niedrige Inflationsrate nach oben treiben.

Kaum Zinsen für Sparer

Insbesondere viele deutsche Sparer stecken aber in einem Dilemma. Sie erhalten wegen der Nullzins-Politik der EZB kaum Zinsen. Da die Inflationsrate nun deutlich anzieht, verliert ihr Geld real an Wert. Rentenpapiere sind vielfach keine Alternative, da selbst langlaufende Bundesanleihen kaum Rendite abwerfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2017 um 13:47 Uhr

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