Russische Ölplattform Sakhalin II | Bildquelle: dpa

Russland will Förderung drosseln Ölpreis auf Jahreshoch - dank Putin?

Stand: 11.10.2016 09:40 Uhr

Die überraschende OPEC-Einigung auf eine Drosselung der Ölmenge hatte im September für Aufsehen gesorgt. Kurzfristig stiegen die Preise. Nach der Ankündigung von Russlands Präsident Putin, sich an der Drosselung zu beteiligen, erreichte der Ölpreis in den USA ein Jahreshoch.

Der Preis für Rohöl in den USA hat zum Handelsschluss einen Jahreshöchststand von 51,35 US-Dollar erreicht. Auch an der Börse in London zogen die Preise an. Hintergrund ist laut Experten eine Äußerung von Russlands Präsident Wladimir Putin. Auf dem Weltenergiekongress in Istanbul hatte er angekündigt, die Drosselungspläne der OPEC zu unterstützen. Die Organisation erdölexportierender Länder hatte sich im September darauf verständigt, die Öl-Fördermenge zu reduzieren.

Russlands Präsident Putin | Bildquelle: AP
galerie

Präsident Putin will die OPEC-Pläne unterstützen.

Russland will sich diesen Plänen - nach anfänglicher Skepsis - nun anschließen. In der derzeitigen Lage sei ein Einfrieren oder eine Senkung der Produktion "der einzige Weg", die Stabilität des Energiemarktes zu wahren, sagte Putin. Russland sei bereit, sich "gemeinsamen Initiativen zur Drosselung der Produktion" anzuschließen. Putin äußerte sich jedoch nicht dazu, wie weit Russland sich beteiligen will. Im September war Russlands Produktion um knapp vier Prozent auf 11,11 Million Barrel (159 Liter) pro Tag gestiegen und markiert damit den höchsten Stand seit dem Ende der Sowjetunion.

Der Analyst Carl Larry von der Beratungsfirma Frost & Sullivan erklärte, Russland sei entscheidend dafür, dass die Absprache tatsächlich Auswirkungen auf den Ölmarkt und den Preis haben wird. "Sobald Russland dabei ist, ist das eine richtig große Sache", sagte er. Experten weisen jedoch darauf hin, dass bisher nur eine Absichtserklärung, nicht aber konkrete Pläne zur Drosselung öffentlich geworden sind.

Preisverfall seit zwei Jahren

Die Ölförderer kämpfen seit mehr als zwei Jahren mit sehr niedrigen Preisen. Von mehr als hundert Dollar pro Barrel im Juni 2014 sank der Preis bis Anfang dieses Jahres auf unter 30 Dollar. Weil dies die vom Öl abhängigen Staaten zunehmend unter Druck setzt, hatte die OPEC Ende September überraschend beschlossen, ihre tägliche Fördermenge auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel zu drosseln. Die Senkung um rund 750.000 Barrel ist die stärkste seit der Finanzkrise 2008. Die genaue Reduktion der einzelnen Mitgliedsländer soll beim OPEC-Gipfel am 30. November festgelegt werden. Russland gehört der Organisation nicht an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. September 2016 um 23:15 Uhr.

Darstellung: