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Saudi-Arabien hat auf dem Gipfel in Dschidda eine weitere Ausweitung seiner Ölförderung in Aussicht gestellt. Im Gegenzug drängte König Abdullah die Verbraucherländer zur engeren Kooperation. Andere OPEC-Länder lehnen höhere Förderquoten ab.
Von Esther Saoub, ARD-Hörfunkstudio Kairo
[Bildunterschrift: Saudi-Arabiens König Abdullah will auf die zusätzliche Nachfrage nach Erdöl reagieren. ]
"Jedes Land muss tun, was es kann, um diese schwierige Situation zu erleichtern", sagte der saudische Ölminister zum Abschluss der Konferenz von Dschidda. Wirkliche Maßnahmen hatte er allerdings nicht zu verkünden. Immerhin bestätigte König Abdullah, dass Saudi-Arabien seine Ölförderung ab dem 1. Juli erhöhen wird.
Überhaupt bemühte er sich in seiner Eröffnungsrede darum, ein beruhigendes Signal an die Verbraucher zu senden. "Die saudische Politik basiert seit Gründung der OPEC darauf, faire Ölpreise zu erreichen, die weder den Produzenten noch den Konsumenten schaden", sagte er. Das Wohl der Welt sei seinem Land ebenso ein Anliegen wie die eigenen nationalen Interessen. Saudi-Arabien habe seine Fördermenge in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. "Und wir sind bereit, jeder zusätzlichen Nachfrage weiter entgegen zu kommen", sagte der König.
Diese allgemeine Ankündigung, die auch die kuwaitischen Vertreter bestätigten, konkretisierte der saudische Ölminister Ali al Naimi zum Abschluss der Konferenz. Saudi-Arabien sei bereit, weitere Barrel Rohöl zu produzieren, über die zugesagte Menge von gut 9,7 Millionen Barrel täglich hinaus - wenn sie denn von den Kunden angefordert würden. Saudi-Arabiens Produktion orientiere sich an der Nachfrage der Kunden. "Natürlich kommen wir den Bestellungen unserer Kunden nach", sagte Naimi, "andererseits aber hoffen wir, dass die Verbraucherländer bestimmte Regeln anpassen, dass sie zum Beispiel Investitionen in Ölraffinerien und Ölförderung in ihren Meeren und auf dem Land erlauben. Hier wollen wir eine Zusammenarbeit und wir haben heute wirklich eine Übereinstimmung in diesem Punkt erzielt."
[Bildunterschrift: Großbritanniens Premierminister Gordon Brown warb für eine Zusammenarbeit zwischen Verbraucher- und Förderländern. ]
Die geplante Kooperation zwischen beiden Seiten ist eines der greifbaren Ergebnisse der Konferenz von Dschidda. Der britische Premierminister Gordon Brown stellte dar, in welcher Weise diese Zusammenarbeit beiden Seiten nutzen könnte, auch und gerade für die Zeit nach dem Öl. "Ich schlage vor dass Großbritannien und andere Verbraucherländer ihre Märkte für neue Investitionen der Ölproduzenten öffnen, auch für Vermögensfonds, die alle Arten von Energie enhalten, erneuerbare ebenso wie nukleare", sagte Brown. Auf diese Weise sorgten die Produzenten ür eine Zukunft ohne Öl vor.
Umgekehrt sollten die Produzenten verstärkt in die Förderung investieren, um gemeinsam mit Investoren mittelfristig ein höheres Angebot zu sichern. "Auf diese Weise verwandeln wir den alten Interessenkonflikt zwischen Produzenten und Konsumenten in eine große Interessengemeinschaft von Förderländern und Verbrauchern", erklärte der britische Regierungschef.
Weniger Einigung konnte in der Frage erzielt werden, was eigentlich die Ölpreise in die Höhe von über 130 Dollar pro Fass getrieben hat. Während die Verbraucher nicht müde wurden, auf die steigende Nachfrage und ihre aufgebrauchten Reserven hinzuweisen, war auf Seiten der Produzenten immer wieder zu hören, der Markt sei derzeit ausreichend versorgt.
Der saudische König appellierte an die Teilnehmer, sich nicht von Gerüchten täuschen zu lassen, sondern nach den wahren Gründen für die Preissteigerung zu suchen. "Es gibt viele Gründe für den unerklärlich schnellen Anstieg der Ölpreise: etwa Markt-Spekulationen aus egoistischen Interessen, der höhere Öl-Bedarf der Schwellenländer und gestiegene Benzinsteuern in einigen Verbraucherländern", sagte König Abdullah.
Eine Senkung der Energiesteuern und mehr Transparenz auf dem Geldmarkt waren die beiden Ermahnungen, die die Ölproduzenten den Verbrauchern mit auf den Weg nach Hause gaben. Ob sie ihrerseits die Bitte der Verbraucher erfüllen werden, noch mehr Öl zu fördern, wird sich Anfang September bei der OPEC-Konferenz entscheiden. Venezuela, Algerien und Iran haben zwar schon angekündigt, dass sie gegen eine Erhöhung stimmen werden. Doch das letzte Wort behält meist derjenige, der über das meiste Öl verfügt, und das ist Saudi-Arabien.
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