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Nach Erhöhung der EEG-Umlage
Merkel stellt Ausnahmen für Unternehmen infrage
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Ausnahmen für Unternehmen bei der EEG-Umlage auf den Prüfstand gestellt. "Diesen Teil müssen wir uns nochmal anschauen, ob es richtig war, dass wir so viele Unternehmen herausgenommen haben", sagte Merkel.
Derzeit profitieren rund 700 Unternehmen von der Entlastungsregelung, für 2013 liegen bereits 2000 Anträge von Unternehmen auf Befreiung von der Ökostrom-Umlage vor. Dies seien, so die Kanzlerin, inzwischen mehr Unternehmen, "als nur die, die im internationalen Wettbewerb stehen". Sie müssen nur 0,05 Cent Erneuerbare-Energien-Umlage je Kilowattstunde zahlen.
Die Privatverbraucher zahlen jetzt schon mit 3,59 Cent das 71-fache. Würden die Ausnahmen reduziert, könnte die Ökostrom-Umlage für Verbraucher um 1 Cent pro Kilowattstunde sinken.
Energieriesen mauern zur Strompreishöhe
Auf den Appell von Bundesumweltminister Altmaier an die Energiekonzerne, die gestern bekannt gegebene Steigerung der EEG-Umlage nicht im vollen Umfang an die Verbraucher weiterzugeben, reagieren diese bisher zurückhaltend. Einzig RWE erklärte, die Erhöhung um 1,7 Cent zunächst nicht auf den Strompreis aufzuschlagen. Bei E.on und Vattenfall hieß es, es gebe noch keine Entscheidung. Eine E.on-Sprecherin erklärte, für Angaben zur Preisgestaltung des kommenden Jahres sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. Der Preis werde sich am Markt bilden.
EnBW kündigte an, die EEG-Umlagenerhöhung in die neuen Kalkulationen mit einfließen lassen. Inwiefern sie sich auf den Strompreis auswirke, könne aber noch nicht gesagt werden, da der Preis auch von anderen Faktoren abhänge, teilte ein Sprecher mit. Auch bei den Ökostromanbietern Naturstrom und Lichtblick herrscht noch keine Klarheit über die Preisgestaltung im kommenden Jahr. Eine Lichtblick-Sprecherin sagte, dass die EEG-Umlage aber mit in die Berechnungen einbezogen würde. Die genaue Höhe wolle man den Kunden Mitte November mitteilen.
Umlage trifft Privathaushalte "mit voller Wucht"
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln geht indes davon aus, dass die Erhöhung der EEG-Umlage die privaten Haushalte "mit voller Wucht" trifft. Inklusive Mehrwertsteuer müssten sie ab Januar etwa zwei Cent je Kilowattstunde mehr zahlen, wie das Institut mitteilte. Dies bedeute einen Anstieg der Stromrechnung um etwa acht Prozent nur aufgrund der Förderung erneuerbarer Energien.
Die vier Betreiber der deutschen Stromleitungen - 50Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW - hatten gestern angekündigt, dass die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien im kommenden Jahr um knapp 50 Prozent auf 5,28 Cent pro Kilowattstunde steigen werde. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden dürfte das Mehrkosten von etwa 60 Euro bedeuten.
Ökostrom-Umlage soll 2013 um fast 50 Prozent steigen
tagesthemen 22:25 Uhr, 15.10.2012, Wibke Harms/Matthias Deiß, RBB
Stand: 16.10.2012 17:35 Uhr
