Stromzähler (Bildquelle: dpa)

Netzbetreiber veröffentlichen Erhöhung um 47 Prozent Ökostrom-Umlage steigt auf 5,28 Cent

Stand: 15.10.2012 10:09 Uhr

Im kommenden Jahr wird die sogenannte EEG-Umlage um etwa 50 Prozent angehoben. Pro Kilowattstunde müssen Stromkunden dann zusätzlich zum Strompreis 5,277 Cent für den Ausbau der regenerativen Energien zahlen. Dies gaben die vier Übertragungsnetzbetreiber, Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW.

Derzeit liegt der Ökostrom-Aufschlag auf den Strompreis bei 3,59 Cent, dazu kommen Steuern. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden steigen diese Zusatzkosten beim Strompreis von durchschnittlich 125 auf knapp 185 Euro.

Ökostrom-Umlage steigt um 50 Prozent
tagesschau 14:00 Uhr, 15.10.2012, Gabi Kostorz, ARD Berlin

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Die vier Betreiber von Höchstspannungsleitungen in Deutschland berechnen den erzeugten Ökostrom und sind daher auch für die Zahlung der Vergütungen an Betreiber von Solaranlagen, Windrädern und Biogasanlagen verantwortlich. Diese erhalten auf 20 Jahre garantierte Vergütungen für jede Kilowattstunde Strom oberhalb des Markttarifs. Die Verbraucher müssen über die Ökostrom-Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für die Differenz aufkommen. Die Fördersätze werden regelmäßig gesenkt, in einigen Jahren soll die Förderung auslaufen.

Bezahlbarkeit des Strompreises in der Diskussion

Die EEG-Umlage sorgt seit Wochen für heftige politische Diskussionen. Sie drehen sich zum einen um die Frage, wie in Zeiten der Energiewende der Strompreis bezahlbar bleiben kann. Andererseits geht es auch um die Ausgestaltung der EEG-Umlage, von der beispielsweise energieintensive Unternehmen ausgenommen sind.

Bundesumweltminister Peter Altmaier hatte jüngst eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes angekündigt. Um den Preisanstieg in den Griff zu bekommen, will er etwa die Förderung von Energie aus Windkraft und Biomasse deckeln.

Erklärstück zum Erneuerbare-Energien-Gesetz
15.10.2012

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Roth: "Das machen die klugen Bundesländer nicht mit"

Grünen-Chefin Claudia Roth kritisierte im Bericht aus Berlin Altmaiers Pläne. Es sei "verrückt", mit Quoten das Anwachsen der erneuerbaren Energie deckeln zu wollen. "Das werden die klugen Bundesländer im Bundesrat nicht mitmachen."

Um den höheren Strompreisen zu begegnen, müsse gefragt werden, was die Kosten in die Höhe treibe. Und das seien nicht die erneuerbaren Energien. Verantwortlich seien vielmehr die "exzessiven" Ausnahmeregelungen für die Industrie bei der EEG-Umlage. Erst müsse man die Subventionen abbauen. Tiermastbetriebe oder Golfanlagen bräuchten keine Förderung. Zwar habe es unter Rot-Grün auch einige hundert Ausnahmeregelungen gegeben, aber unter Schwarz-Gelb sei die Zahl auf 2000 gestiegen, sagte Roth.

Altmaier: Versagen der Schröder-Regierung

Unterdessen gab Altmaier SPD und Grünen eine Mitschuld am Kostenanstieg. "Der Grundfehler wurde bereits 2000 von Rot-Grün gemacht", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Damals sei nicht überlegt worden, wie sich die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Griff halten ließen. Dafür gebe es nun die Quittung.

Die EEG-Umlage ist auch in der schwarz-gelben Koalition umstritten. Zuletzt hatte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler Altmaier zu rascherem Handeln aufgefordert.

Interview mit Claudia Roth, Parteivorsitzende "Die Grünen"
Bericht aus Berlin 19:20 Uhr, 14.10.2012

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