Einen Tag vor Beginn der neuen Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben die Gewerkschaften ihre Warnstreiks fortgesetzt. Am drittgrößten deutschen Flughafen in München legten rund 120 Mitarbeiter in der Flugzeug-Abfertigung ihre Arbeit bis zum Mittag nieder. Mindestens 25 Flüge mussten gestrichen werden. Nach ver.di-Angaben sind 4500 Menschen bei der Flughafen München GmbH beschäftigt, davon 1900 in der Abfertigung. Bis 12 Uhr sind sie zum Warnstreik aufgerufen.
Auch am Flughafen Nürnberg traten die Beschäftigten der Flughafen Nürnberg GmbH und der AirPart GmbH für einige Stunden in den Ausstand. 13 ankommende und 14 abfliegende Maschinen und somit rund 2000 Passagiere waren dort von den Warnstreiks betroffen.
Warnstreik im Berliner Nahverkehr
In Berlin hatten die Gewerkschaften GDL und GKL zum Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) aufgerufen. Nach übereinstimmenden Angaben einer Sprecherin der Verkehrsbetriebe und eines Sprechers der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer fuhren aber alle Linien. Bei den Straßenbahnen habe sich die Arbeitsniederlegung überhaupt nicht ausgewirkt, im U-Bahn-Verkehr kam auf zwei Linien der Takt durcheinander, so dass die Züge Verspätungen von bis zu zehn Minuten hatten.
Verhandlungen ohne Annäherung vertagt
Die Tarifverhandlungen waren in der vergangenen Woche in Potsdam ohne Annäherung vertagt worden. Bislang hatten die Arbeitgeber wegen der Gewerkschaftsforderung von fünf Prozent in einem Paket kein Angebot vorgelegt. Die geforderten fünf Prozent seien völlig unrealistisch, sagte der Verhandlungsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Thomas Böhle.
Sollte nach der dritten Runde die Schlichtung beantragt werden, wären Warnstreiks wegen der dann geltenden Friedenspflicht nicht mehr möglich. Als Schlichter würden Hannovers früherer Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg und der ehemalige sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt fungieren.
| Tarifkonflikt bei der Gewerkschaft ver.di |