In Hannover ziehen Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes mit Plakaten und Transparenten in einem Demonstrationszug durch die Straßen. | Bildquelle: dpa

Öffentlicher Dienst Tausende streiken für mehr Lohn

Stand: 09.02.2017 16:20 Uhr

Landesweit haben heute Tausende Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes für mehr Geld protestiert oder sind in den Warnstreik getreten. Doch die Tarifverhandlungen laufen zäh - die Gewerkschaften fordern in der dritten Runde in der kommenden Woche endlich den Durchbruch.

Im Tarifstreit des Öffentlichen Dienstes haben die Mitarbeiter erneut versucht, durch massive Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Landesweit legten Tausende Angestellte ihre Arbeit nieder und kamen zu Protestaktionen und Kundgebungen zusammen.

Größte Beteiligung in Düsseldorf

Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligten sich in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen und Bremen rund 13.000 an den Kundgebungen. Die größte Protestveranstaltung gab es demnach in Düsseldorf mit etwa 7000 Beschäftigten. Auf der dortigen Kundgebung sprach auch ver.di-Chef Frank Bsirske und forderte die 15 Bundesländer, die sich zu einer Tarifgemeinschaft zusammengeschlossen haben, auf, "endlich Nägel mit Köpfen zu machen".

Ver.di-Chef Frank Bsirske | Bildquelle: dpa
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Ver.di-Chef Bsirske warnte: Ohne angemessene Bezahlung werden die Berufe im Öffentlichen Dienst unattraktiv.

Angesicht der Milliardenüberschüsse in den öffentlichen Haushalten gebe es bei den Tarifverhandlungen durchaus "Luft nach oben". Ohne eine angemessene Bezahlung drohten die Berufe des Öffentlichen Dienstes unattraktiv zu werden. Schon jetzt gebe es Probleme, genug Personal zu finden.

"Jetzt ist Zahltag"

Auch der Verhandlungsführer des Beamtenbundes dbb, Willi Russ, betonte mit Blick auf die in der kommenden Woche anstehende dritte Verhandlungsrunde, man werde sich nicht mit Almosen abspeisen lassen: "Jetzt ist Zahltag." Die Beschäftigten fordern sechs Prozent mehr Lohn. Verhandelt wird über die Bezahlung von rund einer Million Angestellten der Länder und um die Gehälter für 2,2 Millionen Beamte von Ländern und Kommunen sowie Pensionäre, auf die das Ergebnis übertragen werden soll. Bislang weist die Arbeitgeberseite das geforderte Gehaltsplus als zu hoch zurück.

Von dem heutigen Ausstand waren vor allem im Norden unter anderem Universitätskliniken und Universitäten, Jobcenter, Straßenmeistereien, Ministerien, Finanzämter und Gerichte betroffen. Die Tarifgespräche werden am 16. und 17. Februar in Potsdam fortgesetzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Februar 2017 um 15:00 Uhr.

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