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Der Wirtschaftsaufschwung in der Eurozone kommt nach Einschätzung der OECD im kommenden Jahr fast zum Stillstand. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung senkte ihre Konjunkturprognose drastisch. Demnach wird die Wirtschaftsleistung der Eurozone 2012 lediglich um 0,3 Prozent steigen. Bei der Schätzung im Mai war die OECD noch von einem Plus von 2,0 Prozent ausgegangen.
Hintergrund der schlechten Aussichten in Europa ist den Angaben zufolge in erster Linie die Schuldenkrise in Staaten der Eurozone. "Ein Großteil der derzeitigen Schwächephase ist auf einen generellen Vertrauensverlust in die Fähigkeit der Politik zurückzuführen, angemessene Antworten zu platzieren", erklärte die OECD. Für das laufende Jahr erwartet die Organisation dennoch ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent in der Eurozone. Auch diese Schätzung liegt allerdings deutlich unter dem Wert der Prognose vom Mai. Damals war die OECD noch von einem Zuwachs um 2,0 Prozent ausgegangen.
In Spanien stagniert die Wirtschaft bereits. Zwischen Juli und September habe das Wachstum gegenüber dem Zeitraum zwischen April und Juni bei 0,0 Prozent gelegen, teilte die Zentralbank in Madrid mit. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung des Landes noch um 0,2 Prozent gewachsen. Die nun eingetretene Stagnation führte die Zentralbank auf einen Rückgang der Inlandsnachfrage, auf eine Flaute in der Baubranche und einen starken Rückgang der staatlichen Ausgaben zurück. Die Steuereinnahmen seien dadurch hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und die Regierungen der spanischen Regionen hätten nicht genug gespart. Die Zusage Spaniens, die Neuverschuldung im laufenden Jahr auf 6,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken, könne daher möglicherweise nicht eingehalten werden.
Spanien leidet neben der hohen Schulden auch weiter unter der höchsten Arbeitslosigkeit aller Euro-Staaten. Die Quote des Landes habe im September bei 22,6 Prozent gelegen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Dahinter folgt Griechenland mit einer Arbeitslosenquote von 17,6 Prozent. Für die Eurozone insgesamt stieg die Quote im September um 0,1 Punkte auf 10,2 Prozent. Deutlich stärker stieg die Arbeitslosigkeit in Italien. Sie erreichte 8,3 Prozent - nach 7,9 Prozent im Vormonat. Vor dem Hintergrund der Sparbemühungen der italienische Regierung hatten führende Konzerne des Landes einen massiven Stellenabbau angekündigt.
Als eine Maßnahme zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in der Eurozone empfahl die OECD der Europäischen Zentralbank, den Leitzins zu senken. Dagegen spricht jedoch die unverändert hohe Inflationsrate. Die Verbraucherpreise lagen laut Eurostat im Oktober 3,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Eine stärkere Teuerung wurde zuletzt vor drei Jahren registriert.
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