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30.05.2012

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Wirtschaft
Barack Obama (Foto: AFP)
Obama sorgt sich um Folgen der Euro-Krise
Interview in Washington

Obama sorgt sich um Folgen der Euro-Krise

US-Präsident Barack Obama hat sich besorgt über mögliche globale Folgen der Euro-Krise geäußert. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa ruft er die Europäer zum entschlossenen Kampf auf. Im Kern gehe es darum, die Währungsunion durch eine abgestimmte Haushaltspolitik zu ergänzen.

Solange die Euro-Krise "nicht gelöst ist, werden wir weiterhin Schwächen in der Weltwirtschaft sehen", sagte Obama dem spanischsprachigem Dienst der Deutschen Presse-Agentur sowie anderen spanischsprachigen Weltagenturen. Das Thema werde daher beim G-20-Gipfel im November im französischen Cannes ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

Obama betonte, dass zwar Griechenland derzeit das größte Sorgenkind sei. "Das größere Problem aber ist es, was in Spanien und in Italien passiert, falls die Märkte diese beiden großen Märkte herausfordern." Zum grundsätzlichen Problem hinter der Euro-Krise sagte er: "Europa hat derzeit zwar eine geeinte Währung, aber es verfügt über keine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Und das schafft große Probleme."

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Krise hat "Einfluss auf Amerika"

Die großen Länder in Europa müssten entscheiden, "wie sie die Währungsintegration mit einer effektiveren und abgestimmten Haushaltspolitik zusammenbringen", meinte er weiter. Die Situation in Europa werde zweifelslos auch Folgen für die US-Wirtschaft haben: "Wir leben heute in einer integrierten Weltwirtschaft. Das, was jenseits des Atlantiks oder des Pazifiks geschieht, hat gewaltigen Einfluss auf Amerika, auf unseren gesamten Kontinent, nicht nur auf die USA", sagte Obama. Daher versuche seine Regierung, die Krise "intensiv gemeinsam mit den Europäern" zu lösen. Ein Teil dieser "intensiven Problemlösung" könnte sein, dass Obama seinen Finanzminister Timothy Geithner zum Treffen der Euro-Finanzminister Ende dieser Woche nach Polen schickt.

Zugleich räumte Obama ein: "Aber wenn so viele Länder mit unterschiedlicher Politik und unterschiedlicher ökomonomischer Lage versuchen, sich auf einen Weg zu einigen, ist eine Abstimmung schwierig." In den vergangen Wochen waren Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kritisiert worden, sich nicht entschlossenen genug für eine Krisenlösung einzusetzen.

Schäuble fordert mehr Besonnenheit in Fall Griechenland

Doch die Differenzen bestehen nicht nur zwischen den einzelnen Staaten, Uneinigkeit gibt es in ihnen selbst.

So mahnte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in der Debatte über einen möglichen Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone zur Besonnenheit. Nach den EU-Verträgen gebe es dafür gar keine Möglichkeit, sagte er im ZDF. Entsprechende Forderungen waren aus der CSU gekommen. Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler eine mögliche Insolvenz Griechenlands ins Spiel gebracht.

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Stand: 13.09.2011 05:50 Uhr
 

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