Ölplattform in Norwegen | Bildquelle: REUTERS

Norwegen Staatsfonds knackt Billionen-Marke

Stand: 19.09.2017 16:34 Uhr

Zukunftssorgen klingen anders: In Norwegen haben üppige Öleinnahmen gigantischen Reichtum in den Staatsfonds gespült. Zum ersten Mal in seiner Geschichte knackte er den Wert von einer Billion Dollar. Pro Einwohner sind das mehr als 157.000 Euro.

Der Norwegische Staatsfonds hat einen neuen Höchststand erreicht. Zum ersten Mal seit seinem Bestehen ist das Vermögen mehr als eine Billion Dollar wert. Das sind pro Kopf umgerechnet mehr als 157.000 Euro für jeden der rund 5,3 Millionen Einwohner Norwegens. "Eine Billion Dollar zu erreichen - das ist ein Meilenstein", erklärte der Chef des Pensionsfonds, Yngve Slyngstad. "Das Wachstum des Marktwerts des Fonds war atemberaubend."

Den Sprung über die symbolträchtige Billionenmarke hat der Fonds der guten Verfassung der Aktienmärkte aber auch dem vergleichsweise schwachen Dollar zu verdanken. Der Norwegische Staatsfonds ist der größte weltweit. Eine Billion Dollar entsprechen dem Zweieinhalbfachen der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes.

Eiserne Rücklage für Zeiten ohne Öl

Seit den 1990er-Jahren legt der Staatsfonds einen Teil von Norwegens Öl-Einnahmen für künftige Generationen an. Weltweit ist er an mehr als 9000 Firmen beteiligt und hält rund 1,3 Prozent aller weltweit gehandelten Aktien. In Europa sind es sogar 2,3 Prozent. Das Geld soll eine eiserne Rücklage für Zeiten ohne Öleinnahmen bilden.

Nach einem Parlamentsbeschluss aus dem Jahr 2015 darf der Fonds nicht mehr in Energie- oder Bergbauunternehmen investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes oder ihres Geschäfts mit Kohle machen. Die Leitlinien des Staatsfonds verbieten zudem Investitionen in Unternehmen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, Kinderarbeit ausnutzen, "besonders inhumane" Waffen fertigen oder Tabakprodukte herstellen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. September 2017 um 16:41 Uhr.

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