Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Weitere ARD Online-Angebote.
[Bildunterschrift: Müssen bereits erste Leiharbeiter des Werkes gehen? ]
Wegen der geplanten Schließung des Nokia-Werkes im nordrhein-westfälischen Bochum werden nach einem Zeitungsbericht die ersten Menschen in die Arbeitslosigkeit entlassen. Zahlreiche Leiharbeiter hätten von ihren Firmen die Kündigung erhalten oder sollten in den kommenden Tagen entlassen werden, berichtete die "Westfälische Rundschau". Bisher seien mehr als 1000 Leiharbeiter in dem Bochumer Werk des Mobiltelefonherstellers beschäftigt gewesen.
Mehrere Angestellte der Zeitarbeitsfirma Randstad hätten ihre Kündigungen erhalten, schrieb das Blatt. Rund 500 Randstad-Mitarbeiter hätten für Nokia gearbeitet. Eine Randstad-Sprecherin habe die Entlassungen offiziell nicht bestätigt, jedoch gesagt, sie könne nicht ausschließen, dass es erste Kündigungen gegeben habe. Eine Sprecherin der Zeitarbeitsfirma Adecco, die den Angaben zufolge ebenfalls mit rund 500 Angestellten bei Nokia vertreten war, sagte der Zeitung, in den nächsten Tagen würden die ersten von ihnen gekündigt. Die beiden Zeitarbeitsfirmen hätten nicht angeben wollen, wie viele ihrer Mitarbeiter insgesamt gekündigt werden sollen. Randstad-Leiharbeiter hätten berichtet, dass ihre Firma intern angekündigt habe, rund die Hälfte von ihnen entlassen zu müssen.
[Bildunterschrift: Erste Gespräche mit Nokia: "Schritt für Schritt Lernbereitschaft" ]
Unterdessen gehen die Bemühungen das Werk in Bochum doch noch zu erhalten weiter. Gestern hatte es ein erstes Gespräch zwischen Vertretern der Bundesregierung und der nordrhein-westfälischen Landesregierung sowie dem Handyhersteller Nokia gegeben. Über den Inhalt wurde Vertraulichkeit vereinbart, wie es anschließend in einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums hieß. "Es war ein Austausch der Positionen", hieß es anschließend aus deutschen Verhandlungskreisen. Nokia zeige aber "Schritt für Schritt Lernbereitschaft". Zumindest der Stil, wie die Werkschließung kommuniziert worden sei, werde vorsichtig in Frage gestellt. An den Verhandlungen in Berlin hatten der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hartmut Schauerte, die NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) und die Geschäftsführung von Nokia teilgenommen. Wann das nächste Treffen stattfinden wird, ist bislang unklar.
Erstmals hatte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Debatte eingeschaltet. Sie forderte Nokia zur Offenlegung seiner Motive auf. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, das Vorgehen des Unternehmens "wirft aus Sicht der Bundeskanzlerin noch viele Fragen auf". Zurzeit konzentrierten sich alle Anstrengungen, auch der Regierung, darauf, "möglichst viel für den Standort und möglichst viel für die Beschäftigten herauszuholen".
Nokio-Abwanderung:
"Deutschland profitiert sehr stark von der Globalisierung. Wir haben aber auch die weniger schönen Seiten der Globalisierung zu ertragen. Dazu gehört die Tatsache, dass Nokia sich entschließt, die gesamte Handyfertigung in ein Land mit niedrigeren Löhnen zu verlegen. [...] Was mich befremdet, ist die Vorgehensweise, dass man plötzlich über Nacht die Zukunftshoffnungen vieler Menschen zerstört, ohne vorher Alternativen anzubieten."
Unterdessen geht die Diskussion über die an Nokia gezahlten Millionen-Subventionen von Bund und Nordrhein-Westfalen weiter. NRW-Wirtschaftsministerin Thoben verwies darauf, dass in den Bewilligungsbescheiden für diese Subventionen Beschäftigungszahlen festgeschrieben worden seien. "Wenn die Zahlen stimmen, die uns bisher vorliegen, ist die Einhaltung dieser Beschäftigungszusagen verletzt worden", sagte die Ministerin. "Wir werden dann diese Mittel zurückfordern müssen." Dabei könne es um einen Betrag von bis zu 40,8 Millionen Euro gehen.
Nokia will bis Mitte 2008 den Standort Bochum schließen und die Produktion nach Cluj in Rumänien verlagern. Davon betroffen sind 2300 Beschäftigte in Bochum und vermutlich bis zu 2000 weitere Beschäftigte von Leiharbeitsfirmen und Zulieferern.
[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW