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30.05.2012

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Wirtschaft
Jobabbau: Nokia macht rumänisches Werk dicht
3500 Jobs werden gestrichen

Nokia macht rumänisches Werk dicht

Der kriselnde Handy-Weltmarktführer Nokia streicht 3500 Arbeitsplätze. Das Werk in Rumänien, in das 2008 die Handy-Produktion aus Bochum verlagert wurde, wird dichtgemacht. Allein damit fallen 2200 Jobs weg. Daneben plane das Unternehmen, seine Standorte in Bonn und in Malvern in den USA zum Ende des kommenden Jahres zu schließen, sagte eine Sprecherin.

Allerdings hält Nokia daran fest, dass Berlin neben Boston und Chicago ein zentraler Standort für die Dienstleistungssparte Location & Commerce ist. Deshalb gehe Nokia davon aus, dass die Mitarbeiterzahl in Deutschland auf längere Sicht steigen werde, sagte ein Nokia-Sprecher.

Vorwurf des "Karawanen-Kapitalismus"

Nokia-Werk in Cluj (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wurde erst vor gut drei Jahren aus dem Boden gestampft: Das Nokia-Werk in Cluj ]
Die rumänische Nokia-Fabrik in Jucu nahe der Stadt Cluj war erst 2008 eingeweiht worden - nach einer Investition von 60 Millionen Euro. Dort werden derzeit noch Handys aus importierten Fertigteilen zusammengesetzt. Die Schließung des Bochumer Werkes zugunsten der Fabrik im Billiglohnland Rumänien hatte in Deutschland vor gut drei Jahren für einen Aufschrei der Empörung gesorgt - nicht zuletzt weil Nokia beim Bau der deutschen Produktionsstätte erhebliche Subventionen erhalten hatte. Nokia hatte die Entscheidung unter Hinweis auf zu hohe Produktionskosten ausgerechnet kurz nach einem Milliarden-Gewinn verkündet, was für zusätzliche Verbitterung sorgte. Der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte dem Nokia-Management "Karawanen-Kapitalismus" vorgeworfen. Rund 2300 Bochumer Beschäftigte verloren trotz heftiger Proteste ihren Job.

Die Fabrik in Rumänien solle nun geschlossen werden, da sich der Markt für Handys aus rumänischer Fertigung und auch die Lieferkette inzwischen nach Asien verlagert hätten, sagte der Nokia-Sprecher. Die einfachen Handys verkauft Nokia vor allem in sogenannten Wachstumsmärkten wie Indien, Afrika oder China - und dafür die Bauteile erst in das Werk nach Rumänien zu verschiffen, ist von daher nicht mehr sinnvoll. Zudem verliert Nokia auch bei den einfachen Telefonen gegenüber den asiatischen Konkurrenten wie Samsung oder LG sowie neuen chinesischen Produzenten an Boden. Insgesamt fiel der Marktanteil des langjährigen Handy-Spitzenreiters im zweiten Quartal nach Zahlen des Marktforschers Gartner auf 22,8 Prozent von 30,8 Prozent ein Jahr zuvor.

Anschluss bei Smartphones verpasst

In Westeuropa werden inzwischen immer mehr Smartphones statt einfacher Handys gekauft. Die Finnen waren erst recht spät auf dem boomenden Markt aktiv geworden und die Nokia-Modelle taten sich bisher schwer, mit dem iPhone von Apple sowie den Geräten auf Basis des Google-Betriebssystems Android mitzuhalten.

Stand: 29.09.2011 15:39 Uhr
 

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