Niki Lauda steht am am Salzburger Flughafen (Österreich) vor einem Airbus A320 der Luftlinie Niki nach der Landung. | Bildquelle: dpabara Gindl/APA/dpa

Fluglinie Niki Wieder Ferienflieger

Stand: 23.01.2018 12:38 Uhr

Niki Lauda hat das Bieterrennen um die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki gewonnen. Nun will er sich wieder auf das touristische Geschäft konzentrieren. Doch nicht alle Mitarbeiter dürften sich über den Deal freuen.

Bis in die frühen Morgenstunden saß der österreichische Gläubigerauschuss in Wien zusammen, um dann die faustdicke Überraschung bekannt zu geben: Der 68-jährige Firmengründer Niki Lauda und der Reiseveranstalter Thomas Cook samt Fluglinie Condor bekommen als Bestbieter den Zuschlag für die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki. Die Airline soll den neuen Namen Laudamotion tragen.

Niki hatte vor sechs Wochen Insolvenz angemeldet. Vor rund einer Woche war in einem äußerst ungewöhnlichen Schritt in Österreich ein zweites Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die bisherigen Verkaufspläne kamen so auf den Prüfstand. Nicht berücksichtigte Bieter bekamen eine neue Chance.

IAG-Deal hinfällig

Somit ist der im ersten Insolvenzverfahren in Deutschland angepeilte Deal mit dem britisch-spanischen IAG-Konzern hinfällig. "IAG ist enttäuscht, dass Niki nicht in der Lage sein wird, sich als Teil der Gruppe zu entwickeln und zu wachsen", teilte der Konzern in einer kurzen Mitteilung in London mit.

Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern, ob es gegen die Entscheidung vorgehen will. Die IAG hatte mit ihrer Billigtochter Vueling für Niki 20 Millionen Euro und weitere 16,5 Millionen Euro als Massekredit zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes geboten.

Flugzeuge von Niki und Air Berlin | Bildquelle: AFP
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Insolvente Fluglinie Niki: Konzern-Gründer Lauda will die Airline retten.

Niki als Ferienflieger

Lauda, der die Airlinie 2003 gegründet hatte und 2011 ausgestiegen war, wird sich nach Einschätzung von Experten auf das touristische Geschäft konzentrieren. "Lauda wird auf das ursprüngliche Geschäftsmodell der Niki als Ferienflieger zurückgehen. Dabei wird er versuchen, die ohnehin schon günstige Kostenstruktur noch weiter zu verbessern", sagte Airline-Experte Gerald Wissel von der Hamburger Beratungsgesellschaft Airborne.

Lauda habe im Vorfeld seines Angebots ausführliche Gespräche mit Touristikanbietern geführt, die nun größere Kontingente für ihre Gäste bei der Niki buchen dürften, sagte Wissel. In erster Linie komme dafür der deutsch-britische Konzern Thomas Cook in Frage, aber auch die TUI und andere Anbieter hätten ein Interesse an einem Ferienflieger außerhalb des Lufthansa-Konzerns. Cook bestätigte Interesse an Sitzplatzkontingenten, die Cook-Tochter Condor könnte Crew-Planung, Wartung und die Überwachung des Flugbetriebs übernehmen.

Bekenntnis zu Standort

Was der Kauf für die Mitarbeiter bedeutet, ist unklar. Lauda soll sich aber zum Standort bekannt haben, sagte Betriebsratschef Stefan Tankovits. Auch signalisierte er demnach Gesprächsbereitschaft über einen Kollektivvertrag und erklärte, dass alle rund 1000 Beschäftigten ein Angebot erhalten werden. Doch die Begeisterung dafür, Firmengründer Lauda wieder als Arbeitgeber zu bekommen, hält sich bei Niki-Mitarbeitern offenbar in Grenzen. Lauda gilt nicht nur als schwierig. Laut der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" sollen bei einer Betriebsversammlung vergangene Woche die Wogen hoch gegangen sein. Die Kritik richtete sich vor allem an die Arbeitsbedingungen bei Lauda.

Airline Niki wird an Gründer Niki Lauda verkauft
tagesschau 16:00 Uhr, 23.01.2018, Michael Mandlik, ARD Wien

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Noch ohne Flugzeuge

Doch ohnehin muss sich Lauda zunächst noch passende Flugzeuge besorgen. Der Lufthansa-Konzern hat der Darstellung Laudas widersprochen, dass er sich bereits 15 der 21 früheren Niki-Flieger gesichert habe, die zwischenzeitlich in den Besitz der Lufthansa gewechselt waren. Ein Sprecher bestätigte zwar entsprechende Verhandlungen mit Lauda und anderen Bietern, betonte aber: "Eine abschließende Vereinbarung liegt noch nicht vor."

Die Lufthansa hatte über ihre Tochter Eurowings die Niki im Zuge der Air-Berlin-Pleite zunächst selbst übernehmen wollen, wurde dabei aber aus Wettbewerbsgründen von der EU-Kommission gestoppt. Lauda will den Flugbetrieb Ende März wieder aufnehmen.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries sprach sich für eine zügige Kaufabwicklung aus. "Das Unternehmen steht vor großen Herausforderungen und die Beschäftigten brauchen endlich Gewissheit über ihre Zukunft", sagte die SPD-Ministerin.

Mit Informationen von Andrea Beer, ARD-Studio Wien

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Januar 2018 um 11:30 Uhr in der Wirtschaft und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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