Niki-Flugzeug | Bildquelle: dpa

Angebotsfrist endet Wer kriegt den Zuschlag für Niki?

Stand: 19.01.2018 15:31 Uhr

Das Rennen um die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki geht in die wohl entscheidende Runde. Bis Mitternacht haben Bieter eine zweite Chance, im österreichischen Insolvenzverfahren ein Angebot abzugeben.

Von Andrea Beer, ARD-Studio Wien

Vor rund einer Woche hat das Landesgericht Korneuburg in Österreich ein zweites Hauptinsolvenzverfahren für die Fluglinie Niki eröffnet. Zuvor hatte das Landgericht Berlin entschieden, dass das in Deutschland beantragte Insolvenzverfahren in Österreich beantragt werden muss. Es folgte ein weiteres Bieterverfahren. Bis heute können mögliche Käufer ihre Angebote einreichen.

Fünf Interessenten noch dabei

Als Interessenten gelten nach wie vor die britisch-spanische IAG, der Reisekonzern Thomas Cook mit seiner Airline Condor, Ryanair, TUIfly sowie der Fluglinien-Gründer und Ex-Formel-1-Fahrer Niki Lauda. Die österreichische Insolvenzverwalterin will die Angebote prüfen und mit dem Kaufvertrag vergleichen, der Ende Dezember bereits ausgehandelt worden war.

IAG hatte für ihre Tochter Vueling den Zuschlag für Niki bekommen. Der Konzern wollte die Start- und Landerechte, 17 gemietete Flugzeuge und von den rund 1000 Niki-Mitarbeitern in Deutschland und Österreich rund 750 weiter beschäftigen. IAG signalisierte bereits, weiterhin Interesse zu haben. Flugliniengründer Lauda will ebenfalls mitbieten. Er gab in einem offenen Brief eine Jobgarantie für alle Niki-Mitarbeiter ab.

Maschine der insolventen Airline Niki | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
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Die IAG-Tochter Vueling will wesentliche Teile von Niki und den Großteil der Mitarbeiter übernehmen.

Betriebsrat setzt auf Vueling

Österreichische Gewerkschafter und der Niki-Betriebsrat hoffen allerdings, dass die IAG-Tochter Vueling erneut den Zuschlag bekommt. Der Konzern habe das nötige Geld und ein neues Konzept für 750 Niki-Mitarbeiter vorgestellt. Niemand habe Interesse an einer anderen Lösung, sagte Betriebsratschef Stefan Tankovits. Sollte der Vertrag doch nicht zustande kommen, würden vor allem Piloten und Flugbegleiter rasch abwandern.

Die entscheidende Gläubiger-Ausschusssitzung finde am 22. Januar statt, teilte das Landesgericht Kornneuburg mit.  Juristisch gesehen hat sich der Niki-Verkauf zu einer echten Herausforderung entwickelt. Parallel zueinander laufen zurzeit gleich zwei Hauptinsolvenzverfahren: eines in Deutschland, eines in Österreich. Nun muss der Bundesgerichtshof in Karlsruhe noch über eine Beschwerde des deutschen Insolvenzverwalters Flöther entscheiden, der das Hauptinsolvenzverfahren angefochten hat.

Bieter-Angebotsfrist für Niki endet
Andrea beer, BR
19.01.2018 14:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Januar 2018 um 9:45 Uhr.

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