Neuwagen stehen am Autoterminal in Bremerhaven. (Bildquelle: dpa)

Halbjahresbilanz der deutschen Autohersteller Minus in Europa - Hoffen auf Übersee

Stand: 02.07.2013 15:41 Uhr

Trotz der guten wirtschaftlichen Lage kaufen die Deutschen wenige Autos. Die Zahl der Neuzulassungen im ersten Halbjahr lag 8,1 Prozent unter den Niveau des ersten Halbjahres 2012. Das teilten das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der Autohersteller-Verband VDA mit.

Von Januar bis Juni wurden 1,502 Millionen Pkw in Deutschland neu zugelassen. Dabei gingen die Zulassungen von Autos deutscher Marken um sechs Prozent zurück, die der ausländischen Hersteller sogar um zwölf Prozent. "Wir alle können mit dieser Entwicklung nicht glücklich sein", sagte VDA-Chef Matthias Wissmann. Die schwachen Zahlen gingen aber auch auf einen statistischen Effekt zurück - im Vergleichszeitraum, dem ersten Halbjahr 2012, sei der Absatz noch gut gewesen.

Auch Minus bei Produktion und Exporten

Matthias Wissmann (Bildquelle: dpa)
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"Wir alle können mit dieser Entwicklung nicht glücklich sein", sagt VDA-Chef Wissmann.

Leicht geschrumpft sind auch die Produktion und die Exporte: Beide sanken in den ersten sechs Monaten 2013 laut VDA um drei Prozent. Zurückgegangen ist dabei vor allem der Export nach Westeuropa (minus fünf Prozent) und in die Länder der Eurozone (minus zwölf Prozent). Der US-Export stiegt mit 14 Prozent hingegen stark. Nach China lieferten die deutschen Konzerne zwar deutlich weniger Autos (minus 36 Prozent), sie bauen sie dort aber laut VDA mehr Autos vor Ort.

Schlechte Erwartungen an Westeuropa und Deutschland

Für die Gesamtjahresbilanz rechnet der VDA nach eigenen Angaben in Westeuropa mit einem Volumen von 11,1 Millionen Pkw. Das wäre der vierte Rückgang in Folge - und noch einmal fünf Prozent weniger als 2012.  Bis 2007 hatte der Absatz viele Jahre lang noch bei 14 Millionen Pkw gelegen.

Für Deutschland erwartet der VDA im Gesamtjahr einen Absatz von knapp drei Millionen Autos - etwa zehn Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. "Deutschland kann sich von diesem schwierigen Umfeld natürlich nicht abkoppeln", sagte Wissmann. Die meisten Menschen schöben Neuwagenkäufe aber nur auf. Weltweit sei man aber "gut aufgestellt" und profitiere von der Dynamik in den USA und in Asien.

VDA gegen strenge Abgas-Richtwerte

Angesichts dieser Lage warnte der VDA-Chef erneut vor zu strengen Abgas-Grenzwerten für die europäischen Autobauer. EU-Parlament und -Mitgliedstaaten hatten sich jüngst darauf geeinigt, dass der durchschnittliche Ausstoß aller Wagen eines Autobauers bis 2020 auf 95 Gramm Kohlenstoffdioxid (CO2) sinken muss. Diese Einigung war bereits ein Kompromiss, der hinter ambitioniertere Forderungen zum Klimaschutz zurückging. Dennoch wurde eine Abstimmung darüber unter anderem auf Bitte Deutschlands von der Tagesordnung gestrichen.

In Europa dürfe nicht "auf ein kleines Einheitsauto herunterreguliert" werden, sagte Wissmann. Die Politik müsse angesichts der Krise alles tun, um den Industriestandort Deutschland zu sichern. Wissmann verwies darauf, dass die deutschen Autobauer den CO2-Ausstoß bislang stärker reduziert hätten als andere. Dies liegt allerdings vor allem daran, dass die Abgaswerte deutscher Modelle vorher besonders hoch lagen.

Bilanz für deutschen Neuwagenmarkt fällt schwach aus
tagesschau 16:00 Uhr, 02.07.2013, Anke Hahn, RBB

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