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Entlastung bei Stromkosten 2013
Industrie spart bei Netzgebühren 805 Millionen Euro
Die deutsche Industrie profitiert künftig deutlich stärker von den Ausnahmeregeln bei den Stromkosten. Neben der EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien gilt dies auch für die Netzentgelte. Dabei handelt es sich um die Gebühren, die die Netzbetreiber für den Stromtransport verlangen. Die Entlastung für Unternehmen mit hohem Energieverbrauch wird sich bei den Netzentgelten 2013 fast verdoppeln: von 440 Millionen Euro in diesem Jahr auf dann rund 805 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommen die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und Transnet BW in ihrer Kalkulation für 2013.
Das Netzentgelt ist ein wichtiger Bestandteil des Strompreises. Die Bundesnetzagentur beziffert seinen Anteil am Gesamtpreis auf rund 20 Prozent. Je nach Netzbetreiber setzt es sich allerdings unterschiedlich zusammen.
Sonderregelung seit 2011
Seit August 2011 profitieren Unternehmen mit hohem Stromverbrauch von einer Sonderregelung. Auf Antrag können sie sich von den Netzentgelten befreien lassen, wenn sie mehr als 7000 Arbeitsstunden und zehn Gigawatt Strom pro Jahr abnehmen. Was die Betriebe sparen, muss an anderer Stelle aufgeschlagen werden. Die Kosten tragen damit in der Regel die Privatkunden und Firmen mit deutlich geringerem Verbrauch. Schätzungen gehen davon aus, dass die Netzentgelte im kommenden Jahr um etwa zehn Prozent steigen werden.
Gegen die Sonderregelungen für die Firmen mit hohem Stromverbrauch laufen vor diesem Hintergrund zahlreiche Klagen. Unter anderem verhandelt am Mittwoch das Oberlandesgericht Düsseldorf in zwei Eilverfahren über die Vereinbarkeit der deutschen Regelung mit europäischem Recht. Die Kläger vertreten die Auffassung, die Befreiung der Industrie von Netzentgelten als unerlaubte Beihilfe zu werten sei.
Stand: 23.10.2012 15:57 Uhr
