Schild an einer Brücke zwischen Kanade und den USA | Bildquelle: REUTERS

Nordamerikanischer Handelspakt USA nennen Forderungen an NAFTA-Länder

Stand: 18.07.2017 03:00 Uhr

US-Präsident Trump will mit einer Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelspakts (NAFTA) das Handelsbilanzdefizit seines Landes reduzieren. Jetzt hat die Regierung dafür erstmals konkrete Forderungen vorgelegt.

Die US-Regierung hat erstmals konkrete Forderungen für eine Neuverhandlung des nordamerikanischen Handelsabkommens NAFTA benannt. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer schickte das Papier an Kongressabgeordnete.

Ziel sei es, das Handelsdefizit der USA durch einen besseren Zugang zu den kanadischen und mexikanischen Märkten zu verringern, erklärte er. Unter anderem sollen Anti-Dumping-Verfahren gegen Unternehmen in den beiden Staaten erleichtert und Hindernisse für US-Agrarexporte abgebaut werden. Die Verhandlungen selbst sollen nicht vor Mitte August beginnen.

Donald Trump | Bildquelle: AP
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US-Präsident Trump richtete in dem Bericht markige Wort an die Abgeordneten.

In dem Dokument wird auch ein Verbot von Währungsmanipulationen festgelegt. Dies dürfte sich weniger konkret auf NAFTA beziehen, da weder gegen Kanada noch Mexiko entsprechende Vorwürfe laut geworden sind. Vielmehr dürfte diese Passage als Blaupause für zukünftige Verträge mit anderen Staaten wie Südkorea dienen.

"Nicht länger unsere Jobs stehlen"

US-Präsident Donald Trump hat NAFTA scharf kritisiert. Bislang beschränkten sich seine Erklärungen dazu jedoch auf Wahlslogans und Twitter-Botschaften. "Nicht länger werden wir es anderen Ländern erlauben, die Regeln zu verletzen, unsere Jobs zu stehlen und unseren Wohlstand aufzuzehren", schrieb Trump in dem Bericht an die Abgeordneten.

Durch das 1994 geschlossene Abkommen hat sich der Handel zwischen den USA, Kanada und Mexiko zwar vervierfacht. Allerdings gingen von 2000 bis 2010 in den USA sechs Millionen Stellen in der Fertigung verloren. Die US-Handelsbilanz, die vor NAFTA noch einen leichten Überschuss auswies, liegt nun regelmäßig mehr als 60 Milliarden Dollar im Minus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juli 2017 um 17:16 Uhr.

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