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Wirtschaft
Nabucco Pipeline
Abkommen für Nabucco-Pipeline unterzeichnet
EU hofft auf mehr Unabhängigkeit vom russischen Gas

Weg frei für Nabucco-Pipeline

Mit einer Regierungsvereinbarung haben fünf Staaten in Ankara den Weg für die strategisch wichtige Gaspipeline Nabucco freigemacht. Die Grundlage für den Bau sei nun geschaffen, sagte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. "Heute erleben wir ein historisches Ereignis", sagte er.

Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Türkei wollen mit der Übereinkunft staatliche Hürden für den Bau der etwa 3300 Kilometer langen Leitung beseitigen. Die Kosten werden von der EU auf acht Milliarden Euro geschätzt. In die Pipeline soll Erdgas aus Aserbaidschan, Turkmenistan, Kasachstan, Ägypten, Russland und später auch dem Iran eingespeist werden. Der Bau soll 2011 beginnen.

Die Europäische Union unterstützt das Projekt. Die Pipeline werde zur Energiesicherheit Europas und der Türkei beitragen, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Ankara. "Nabucco ist damit ein wahrhaft europäisches Projekt." Sie öffne aber auch die Tür für eine neue Ära in den Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei.

Unabhängigkeit von Russland

Unterzeichner des Vertrags für Nabucco-Pipeline (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Vertreter von fünf Staaten unterzeichnen in Ankara einen Vertrag über den Bau der Gaspipline Nabucco ]
Die Pipeline soll von 2014 an Gas vom Kaspischen Meer bis nach Österreich an Russland vorbei transportieren. Europa erhofft sich so mehr Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen. Allerdings wird via Nabucco nicht mehr als fünf Prozent des europäischen Bedarfs transportiert werden können.

Russland liefert derzeit ein Viertel des europäischen Gasbedarfs, 80 Prozent davon über Leitungen durch die Ukraine. Nabucco soll die Versorgung sichern helfen, falls es wieder zu einem Lieferstopp wegen russisch-ukrainischer Streitigkeiten wie im vergangenen Januar kommt. Entsprechend kritisch sehen die russischen Medien das Nabucco-Projekt. Theoretisch könnte auch russisches Erdgas durch die Leitung strömen.

Stand: 05.08.2009 20:57 Uhr
 

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