Elon Musk | Bildquelle: REUTERS

Rückzug von Börse geplant Musk will Tesla privatisieren

Stand: 08.08.2018 08:31 Uhr

Tesla-Chef Musk hat in einer Mitteilung an seine Mitarbeiter bestätigt, dass er den E-Autokonzern privatisieren will. Das sei der beste Weg. Die Börse wirbelte das heftig auf.

Tesla-Chef Elon Musk hat bestätigt, dass er den Elektro-Autokonzen von der Börse nehmen will. Die offizielle Erklärung an seine Mitarbeiter veröffentlichte er in einem Blogeintrag und via Kurznachricht auf Twitter. Er denke, es sei der beste Weg, schrieb er darin.

Zuvor hatte er öffentlich mit dem Gedanken gespielt und damit die Börse überrascht. Überraschend verkündete er, er erwäge Tesla bei einem Aktienkurs von 420 Dollar zu privatisieren, also von der Börse zu nehmen. Die Finanzierung dafür sei bereits gesichert.

Aktie aus dem Handel genommen

Die Tesla-Aktie reagierte mit heftigen Kurssprüngen. Die Technologie-Börse Nasdaq, an der Teslas Papiere gehandelt werden, zog angesichts der Kursschwankungen die Bremse und setzte den Handel der Tesla-Aktie zeitweise aus.

In einem Blogeintrag an die Tesla-Mitarbeiter, der auch auf der Webseite des Unternehmens veröffentlicht wurde, erklärte Musk, nach einer Privatisierung könnte sich Tesla auf langfristige Ziele konzentrieren statt auf Quartalsergebnisse an der Wall Street. Viele Menschen verspürten einen Anreiz, "die Firma anzugreifen".

Zunehmend gereizt

Doch insgesamt schien es, als reagierte Musk in den letzten Monaten, in denen sich Tesla schwer damit tat, seine ambitionierten Produktionsziele beim Hoffnungsträger Model 3 zu erreichen, zunehmend gereizt auf Kritik. Er glaube, so Musk nun, die Firma sei dann "am besten, wenn wir auf unsere langfristige Mission fokussiert bleiben können und wenn keine perversen Anreize für Menschen bestehen, die versuchen zu gefährden, was wir erreichen wollen".

An den Finanzmärkten liefen in letzter Zeit sehr viele Wetten auf Kursverluste der Tesla-Aktien. Die Produktion des Models 3, des ersten günstigeren Teslas für die breite Masse, verschlingt enorm viel Geld, kam aber noch nicht wie erhofft in die Gänge. Zuletzt gab es allerdings schon deutliche Fortschritte.

Musk: Will Chef bleiben

In Tweets erklärte Musk, er werde in jedem Fall Tesla-Chef bleiben und hoffe, dass ihm auch alle Investoren treu blieben. Musk gab außerdem an, derzeit keine Stimmrechtskontrolle zu haben und auch nicht zu erwarten, dass ein Aktionär diese haben werde, wenn Tesla von der Börse genommen würde.

Aktionäre müssen zustimmen

Musk braucht für seine Pläne allerdings die Zustimmung der Aktionäre. Eine endgültige Entscheidung sei das noch nicht, heißt es deshalb vorab in der Mitteilung an die Mitarbeiter. Es gehe darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Tesla am besten arbeiten könne, führt Musk aus. "Als börsennotiertes Unternehmen sind wir wilden Schwankungen unseres Aktienkurses ausgeliefert, die eine große Ablenkung für alle sein können, die bei Tesla arbeiten." Zudem sorge die Pflicht, Quartalszahlen zu veröffentlichen, für enormen Druck.

Vor gut drei Monaten hatte der Tesla-Chef bei einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Geschäftsergebnisse für einen Eklat gesorgt, indem er Fragen von Analysten als "langweilig" und "nicht cool" ablehnte. Allerdings entschuldigte sich Musk jüngst für diesen Fauxpas.

Elon Musk erwägt, Tesla von der Börse zu nehmen
Nicole Markwald, ARD Los Angeles
08.08.2018 06:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. August 2018 um 05:00 Uhr.

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