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Skandal um italienisches Geldhaus Monte Paschi

Älteste Bank der Welt verzockt sich um 720 Millionen

Seit 1472 betreibt die Bank Monte dei Paschi di Siena in der Toskana ihre Geschäfte - sie gilt als älteste Bank der Welt. Doch jetzt hat sich die Bank verzockt, verlor bei riskanten Derivate-Geschäften 720 Millionen Euro. Weil sie schon Milliarden an Staatshilfen beantragte, wird der Fall zum Politikum.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Die älteste Bank der Welt hat sich offenbar gründlich verzockt. Allein bei einem Derivate-Geschäft mit der japanischen Nomura-Bank hat Monte dei Paschi di Siena - kurz: Monte Paschi - 220 Millionen Euro verloren. Außerdem gibt es noch zwei weiteren Finanzwetten, die die Bilanzen von Monte Paschi massiv belasten. Von insgesamt 720 Millionen Euro Verlust ist die Rede.

Und nicht nur das macht der italienischen Politik und Öffentlichkeit große Sorgen. Denn die riskanten Derivate-Deals dienten dazu, alte Verluste zu kaschieren. Nicht einmal der Verwaltungsrat war über die Geschäfte informiert worden, geschweige denn die Bilanzprüfer oder die Bankenaufsicht. Nun muss die Justiz klären, ob es sich hier um einen Fall von Bilanzfälschung handelt.

Bank Monte Paschi verliert 720 Millionen Euro
T. Kleinjung, ARD Rom
24.01.2013 21:21 Uhr

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Angelastet wird all das dem ehemaligen Präsidenten des Verwaltungsrates der altehrwürdigen Bank, Giuseppe Mussari. Der musste deshalb am Dienstag auch als Präsident des italienischen Bankenverbandes zurücktreten. Monte Paschi hat nun alle Unterlagen an die Staatsanwaltschaft gesandt.

Der Fall ist ein Politikum, nicht nur weil es sich bei der Bank aus Siena um Italiens drittgrößtes Bankhaus handelt. Monte Paschi ist auch als einziges italienisches Kreditinstitut beim europäischen Bankenstresstest durchgefallen. 3,9 Milliarden Euro Staatshilfe wurden bereits beantragt; ob das ausreicht angesichts der neuen Verluste, ist fraglich. Die Sorgen vor einer Verstaatlichung drücken gewaltig auf den Börsenkurs und auf die Stimmung der Anleger, die sich heute zu einer außerordentlichen Generalversammlung in Siena treffen.

Die Zentrale der ältesten Bank der Welt,  Monte dei Paschi di Siena
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Die Zentrale der ältesten Bank der Welt, Monte dei Paschi di Siena

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Januar 2013 um 09:30 Uhr.

Stand: 24.01.2013 22:00 Uhr

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