Demonstraten | Bildquelle: dpa

Proteste gegen Monsanto-Übernahme "Ihr vergiftet unsere Äcker"

Stand: 28.04.2017 15:10 Uhr

Bayer soll den US-Saatgutriesen Monsanto übernehmen. Doch die Gegner protestieren: Die Fusion würde gentechnisch veränderte Pflanzen und noch mehr Gift auf die Äcker bringen. Es kam zum Tumult auf der Bayer-Hauptversammlung.

Umweltschützer, Entwicklungshilfe-Organisationen und Grünen-Politiker haben gegen die geplante Fusion des Chemie-Konzerns Bayer mit dem US-Saatguthersteller Monsanto protestiert. Vor dem Versammlungsort des Bayer-Aktionärstreffens in Bonn demonstrierten nach Polizeiangaben 200 bis 300 Menschen. Zwei Demonstranten stürmten während der Hauptversammlung kurzzeitig die Bühne. Es kam zu lautstarken Protestrufen.

Durch die Fusion von Bayer und Monsanto würde die weltweite Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln entstehen. Bayer hatte sich im September mit Monsanto auf eine Übernahme zum Kaufpreis von 66 Milliarden Dollar geeinigt. Derzeit prüfen verschiedene Kartellbehörden die Übernahme.

Mega-Deal wird schon länger kritisiert

Die Organisationen warnten, dass Bayer und Monsanto nach einer Fusion 70 Prozent des Saatgutmarktes beherrschen würden. Jährlich müssten schon jetzt Hunderttausende Bauern aufgeben, weil sie sich das teure Saatgut und die Pestizide der Konzerne nicht mehr leisten könnten, kritisierte die Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen. Die Gegner beklagen: Durch den Deal sowie weitere Fusionen in der Branche würden die Märkte nur noch von wenigen Unternehmen dominiert, die die Preise diktieren und ihre Angebote auf wenige gewinnträchtige Produkte reduzieren könnten. Auf der Strecke blieben die Artenvielfalt und ein nachhaltiges Wirtschaften im Agrarsektor.

Wieder mehr Chemikalien auf die Äcker?

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Proteste gegen Fusion von Bayer und Monsanto

Die Gegner fürchten außerdem, dass vermehrt Chemikalien wie das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat eingesetzt würde. Glyphosat wurde von Monsanto entwickelt und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Bis Ende 2017 muss die EU die Zulassung der Substanz verlängern oder das Mittel endgültig verbieten.

Bayer sieht große Vorteile

Die Hauptversammlung verlief also turbulent, dennoch versuchte Bayer-Vorstandschef Werner Baumann seinen Aktionären den Deal möglichst schmackhaft zu machen. "Durch die vereinbarte Übernahme von Monsanto wollen wir Bayer weiter stärken", verteidigte er die Pläne. Der Zukauf passe "perfekt" zur Strategie von Bayer. Und er sieht weitere großen Vorteile des geplanten Deals: Gemeinsam mit Monsanto könne das Unternehmen dazu beitragen, die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung zu sichern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. April 2017 um 12:30 Uhr.

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