Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Apps, WLAN, UMTS, LTE - andauernd kommen neue Abkürzungen, neue Begriffe, neue Techniken auf uns Handy-Besitzer zu. Auf der internationalen Messe in Barcelona darf die nächste Neuheit natürlich nicht fehlen: NFC - ein Funkstandard für Smartphones, mit dem wir die Geldbörse künftig glatt vergessen können.
Von Christian Sachsinger, BR, zurzeit in Barcelona
Dass ein Handy funkt, ist hinlänglich bekannt. Bislang handelt es sich aber in erster Linien um Verbindungen bis zum nächstgelegenen Handymasten.
Nun sollen die mobilen Alleskönner noch einen neuen Funkstandard mit eingebaut bekommen: Near Field Communication, kurz NFC. Das ist eine Technik, die Daten auf nur wenigen Zentimetern überträgt. Warum das Ganze? Albert Fetsch von O2 Telefonica erklärt es so: "Das Smartphone wird wie so eine Fernbedienung in meinem Leben. Die nächste Entwicklung ist jetzt, dass ich mit meinem Handy auch bezahle, das heißt, zukünftig werden Handy auch die Kredtikartenfunktion integriert haben. Und dann geht der Kunde nur noch hin und bezahlt auch gleich mit seinem Handy."
[Bildunterschrift: Ob direkt vom Konto, per EC- oder Kreditkarte - künftig kann mit dem Smartphone beim Shoppen bezahlt werden. ]
Das Handy wird also zum Geldbeutel. EC- und Kreditkarten wandern in das Smartphone beziehungsweise in den Near Field Chip. Ein Bezahlvorgang läuft dann künftig so ab: "Sie kaufen ein, dann wählen Sie die EC-Kartenapplikation auf dem Mobiltelefon, aktivieren diese und halten sie an das Zahlungsterminal. Daraufhin wird bei größeren Beträgen eine PIN, wie Sie es heute schon kennen, verlangt. Die geben Sie ein und der Bezahlvorgang wird abgeschlossen", erklärt Stefan Waldemeier vom Sim-Kartenhersteller Gieseke und Devrient.
Bei kleineren Beträgen ist alles noch unkomplizierter, ohne extra PIN-Eingabe. Dass das Bezahlen nicht über andere Funktechniken wie Bluetooth - die es ja längst gibt - läuft, liegt daran, dass diese nicht sicher sind, weil sie eben nicht ein paar Zentimeter überbrücken, sondern viele Meter weit reichen.
Die NFC-Technik wird von vielen vorangetrieben. Banken sind daran interessiert, weil sie sich erhoffen, dass der Kosten intensive Bargeldverkehr abnimmt. Händler wünschen sich, dass das Geld der Kunden lockerer sitzt, wenn diese nur noch ihr Handy kurz an ein Zahlterminal halten müssen. Und die Mobilfunkindustrie hat ein neues Verkaufsargument.
Near Field Communication, der letzte Schrei, mit dem man übrigens noch viel mehr anfangen kann, als nur zu bezahlen. Das Handy lässt sich über diese Technologie leichter steuern, glaubt Michael Wilmes vom Hersteller LG: "Ich kann im Büro, am Bett oder auch im Auto kleine Aufkleber anbringen. Ich halte mein Smartphone an diesen Aufkleber und die Einstellungen des Smartphones ändern sich automatisch. Wenn Sie zum Beispiel sagen, ich möchte mein Handy neben das Bett legen, möchte aber gleichzeitig, dass die Funkverbindung ausgestellt ist, dann kleb ich genau diesen Aufkleber an mein Bett und alle Einstellungen werden automatisch vorgenommen."
Erste Geräte mit NFC-Technologie sind auf dem Mobile World Congress in Barcelona bereits zu sehen. Doch auch wer sich ein Gerät kauft, das nicht derart ausgerüstet ist, kann Near Field beim Bezahlen nutzen, verspricht Fetsch von O2: "Wir werden Aufkleber anbieten, die man nachträglich nutzen kann."
Ab dem Sommer sollen die Dienste in Deutschland verfügbar sein. Dann wird also das Smartphone für den Nutzer noch mehr zur Fernbedienung fürs Leben - wenn er das denn wirklich will.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW