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Apple, Google, Microsoft & Co.
Das Jahr der mobilen Giganten
2012 war das Jahr der mobilen Internetgeräte. Ob Apples iPad Mini, Microsofts Windows Phone 8 oder Googles Nexus 7: Die großen IT-Konzerne setzen voll auf den überall verfügbaren Internetzugang - und bieten Geräte und Programme, mit denen der Nutzer sein Leben gestalten soll.
Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles
"The next big thing is already there." - "Das nächste große Ding ist längst da." - Die Kampagne des koreanischen Handy-Herstellers Samsung in den USA war frech - und genau getimt: Während die Medien im September vor allem über das neue iPhone 5 von Apple berichteten, zeigte Samsung, dass seine Geräte technisch mehr zu bieten haben: Den größeren Bildschirm, das schnellere Internet.
Apples Glanz hat ein bisschen Staub angesetzt
Die erste Erkenntnis des Computerjahres 2012: Apple ist nicht mehr Anführer der Entwicklung. Das iPhone 5 ist etwas höher als das Vorgängermodell, etwas flacher, hat natürlich einen schnelleren Prozessor - für viele Experten war das eher Modellpflege als Revolution. Max Wolff, Analyst bei Greencrest Capital, im US-Sender CNBC: "Es ist das erste Mal, dass Apple ein neues iPhone herausbringt, und sie werben im Grunde damit, dass sie jetzt auch das bieten, was die Konkurrenz schon längst hat. Apple war mal der Anführer in der Smartphone-Branche. Ich glaube, das können sie auch wieder werden, aber mit dem iPhone 5 holen sie nur die Konkurrenz ein."
Apple, Microsoft & Co. - Das Jahr der mobilen Giganten
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
30.12.2012 12:25 Uhr
Das macht das neue iPhone nicht zum Flop: Apple verkaufte allein in den ersten 24 Stunden zwei Millionen Stück - doppelt so viel wie beim Vorgängermodell. Aber der Glanz der Firma - im Jahr nach dem Tod des charismatischen Gründers Steve Jobs - hat ein bisschen Staub angesetzt. Selbst mit dem iPad mini rennt Apple nur dem Trend zum kleinen Tabletcomputer hinterher. Gesetzt haben den andere. Zum Beispiel Google mit seinem Mini-Tablet Nexus 7, für etwa 200 Euro ein echter Renner.
Google ist kaum zu bremsen
Und das führt zu Erkenntnis Nummer Zwei: Google ist kaum zu bremsen. Aus der Suchmaschine ist ein Service-Unternehmen geworden: Google Maps führt mich zum Ziel, mit Google Mail erledige ich die Post, und meine Dokumente speichere ich in Google Docs. Sein Geld verdient Google mit den Daten, die ich beim Benutzen der Dienste hinterlasse. Deshalb ist es Google auch egal, welches Gerät ich benutze. Sein Smartphone-Betriebssystem Android stellt Google anderen Herstellern kostenlos zur Verfügung. Mit Erfolg: Der Marktanteil von Android-Smartphones ist binnen Jahresfrist von etwas über 50 auf gut 70 Prozent gestiegen. Apples Anteil ist von 15 auf knapp 14 Prozent leicht gefallen.
Und dann meldet sich auch noch ein fast schon Totgeglaubter zurück: Im Werbespot hört sich das so an: "I'm Liz, and this is my windows phone." - "Ich bin Liz, und das ist mein Windows Phone." Auf dem PC zu Hause ist die Firma seit Jahrzehnten Marktführer, aber den Trend zum mobilen Internet hatte Microsoft komplett verschlafen. Jetzt aber kommen die ersten Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone 8 in die Läden.
Microsoft ist zurück
Das ist Erkenntnis Nummer drei: Microsoft ist zurück. Und hat Mut, geht einen bewusst anderen Weg: Statt der Apple-üblichen Icons in Reih und Glied zeigt der mobile Windows-Bildschirm sogenannte Kacheln, kleine und große Rechtecke, auf denen zum Beispiel die aktuellen Facebook-Einträge der Freunde erscheinen oder die jüngste SMS.
Analyst Dave McQueen nannte Windows 8 bei Bloomberg TV einen möglichen Wendepunkt für die Smartphone-Branche: "Windows Phone 8 stehe für ein ganzes Ökosystem von Geräten, vom Smartphone bis zum Laptop, die sich alle ähnlich bedienen lassen. Damit könne eine kräftige Konkurrenz für Apple und Android entstehen."
Apple läuft hinterher, Google setzt zum Spurt an, und Microsoft hat immerhin den Startschuss gehört: Diese drei werden den Kampf ums mobile Internet wohl unter sich ausmachen. In einem harten Rennen. Den Kunden kann das nur Recht sein: Konkurrenz belebt das Geschäft.
Stand: 30.12.2012 12:35 Uhr
