5-Euro-Schein und Münzen

Studie zum Mindestlohn 8,50 Euro? Nur auf dem Papier

Stand: 30.01.2017 04:55 Uhr

Seit dem 1. Januar 2015 gilt der Mindestlohn. Vielen geringfügig Beschäftigten wird dieser aber vorenthalten. Dies zumindest legt eine Studie nahe, aus der die "SZ" zitiert. Demnach bekamen 2015 nur knapp die Hälfte der Minijobber 8,50 Euro pro Stunde.

Vielen Minijobbern wird der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn vorenthalten. Dies geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor, aus der die "Süddeutsche Zeitung" zitiert.

Demnach bekamen 2015 knapp die Hälfte dieser geringfügig Beschäftigten weniger als 8,50 Euro brutto die Stunde. Jeder Fünfte erhielt nicht einmal 5,50 Euro. Der Mindestlohn gilt seit Januar 2015. Inzwischen wurde er auf 8,84 Euro erhöht.

"Die Zahlen lassen keinen Zweifel daran, dass die Betriebe bei einem erheblichen Teil der Minijobber nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, die Löhne erhöht haben", stellen die Studienautoren der SZ zufolge fest. Das Mindestlohngesetz werde bei Minijobs offenbar "noch längst nicht flächendeckend angewendet".

Für ihre Studie werteten die Forscher das sozio-ökonomische Panel und das Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung aus. Für den ersten Datensatz werden 27.000 Menschen jährlich zu ihrer Lebens- und Arbeitssituation befragt, für den zweiten 13.000.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Januar 2017 um 02:45 Uhr.

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