Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Der Milchgipfel im Kanzleramt hat nur einen kleinen Kompromiss erbracht: Bei dem Treffen konnten sich der Deutsche Bauernverband (DB) und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) nicht auf nationale Maßnahmen zur Anhebung der Milchpreise einigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte allerdings zu, sich auf EU-Ebene für die Interessen der Milchbauern einzusetzen.
In Einzelfragen sind die Milchviehhalter und der Bauernverband weiterhin zerstritten und favorisieren unterschiedliche Wege, um eine Stabilisierung der Preise zu erreichen. Der Bauernverband fordert, die zu viel produzierte Milch mit Steuergeldern aufzukaufen. Der BDM dagegen kämpft dafür, nur so viel Milch zu produzieren wie auch nachgefragt wird.
"Übereinstimmung haben wir darin erzielt, dass die Quotenaufstockungen gestoppt werden müssen", sagte BDM-Chef Romuald Schaber nach dem Treffen. Die Kanzlerin will nach Angaben von Agrarministerin Ilse Aigner mit den Ministerpräsidenten der Länder erneut über eine Einschränkung der sogenannten Saldierung, der Verrechnung von Milchmengen unter den Produzenten, sprechen.
[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]
Wenig Hoffnung machten Merkel und Aigner den beiden Verbänden auf eine Verlängerung der Milchquotenregelung über 2015 hinaus und auf einen Stopp der geplanten Erhöhung der Obergrenze. Aigner sagte nach dem Gespräch, dafür gebe es weder bei den Partnerländern eine Mehrheit noch Interesse bei der Kommission.
Im Vorfeld des Gipfels hatte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, die Milchpolitik der Europäischen Union scharf kritisiert. Europa habe durch unverantwortliches Nichtstun versagt, so Sonnleitner. Im ARD-Morgenmagazin forderte er, dass "Deutschland sein Gewicht in die Waagschale" werfe, da die "Kompetenzen und Werkzeuge" in Brüssel lägen. In der nächsten Woche beraten die EU-Agrarminister über die Milchpolitik der EU.
[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]
[Bildunterschrift: Historisches Tief: Gerade noch 20 bis 22 Cent bekommen die Bauern pro Liter. ]
Unterdessen kündigten mehrere Lebensmittelhändler an, die Preise für Butter um 20 Cent pro Paket zu erhöhen. "Die Mehreinnahmen werden eins zu eins an die Bauern weitergeben", erklärte ein Sprecher des Kette Edeka.
Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Milchprodukten sowie einem knapperem Angebot rechnen Experten in absehbarer Zeit auch mit einem Preisanstieg bei Frischmilch, Joghurt und Quark. Im Oktober müssen Supermärkte und Molkereien ihre Lieferverträge neu aushandeln.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW