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[Bildunterschrift: Der Lieferstopp der deutschen Milchbauern macht sich in einigen Supermarktregalen bemerkbar. ]
Die Kühlregale mit Milch, Joghurt und Quark sind fast überall noch gut gefüllt, aber vereinzelt macht sich der Lieferstopp der deutschen Milchbauern inzwischen bemerkbar. Die Auswirkungen des Milch-Streiks würden "allmählich" spürbar, erklärte eine Sprecherin des Discounters Lidl. Betroffen waren auch einige Real-Märkte, wie eine Sprecherin der zur Metro-Gruppe gehörenden Kette erklärte. Es handele sich aber um Schwierigkeiten in einzelnen Regionen und Märkten.
Auch der Edeka-Konzern spürt ebenfalls erste Auswirkungen des Lieferboykotts. "Die Versorgung ist noch gewährleistet, aber mit regionalen Unterschieden", sagte ein Sprecher der Hamburger Edeka-Zentrale. Angespannt sei etwa die Lage im Norden Bayerns. Dort gebe es teilweise Lücken in den Regalen. In den Kaiser's-Supermärkten von Tengelmann wird ab Mittwoch mit ersten Engpässen gerechnet.
Fragen und Antworten:
Die Bauern verlagerten ihre Proteste unterdessen auf den Einzelhandel. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes demonstrierten sie am Abend mit Traktoren vor den Unternehmenszentralen von Rewe in Köln, von Norma im Fürth und von Aldi Nord in Essen. Für Mittwoch sind weitere Aktionen geplant. Dagegen wurde vielerorts die Blockade der Molkereien aufgehoben oder gelockert, nachdem der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) seine Mitglieder dazu aufgefordert hatte. Damit solle "ein Zeichen für eine verantwortungsvolle Kooperation" gesetzt und eine Entspannung der sich zuspitzenden Situation auf dem Lande erreicht werden. Der Lieferboykott wird aber fortgesetzt. "Die Bauern sind entschlossen, die Maßnahmen weiterzuführen, bis sie Erfolg haben", sagte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber.
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Der Milchindustrieverband drohte den protestierenden Bauern mit einer Klage. Der Boykott sei illegal, sagte MIV-Hauptgeschäftsführer Eberhard Hetzner der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Eine blockierte Molkerei in Mecklenburg-Vorpommern hatte Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Schwerin erstattet. Sie wirft den Bauern Nötigung und schwere Eingriffe in den Straßenverkehr vor. Auch die Bremer Nordmilch erstattete Anzeige.
Die Milchbauern fordern einen Grundpreis von 43 Cent pro Liter. Zurzeit erhalten sie zwischen 27 und 35 Cent. Der Preis wird vom Einzelhandel und der Milchindustrie festgesetzt. Auf beide will der BDM weiter Druck ausüben.
Darüber hinaus setzen die Milchviehhalter auf rasche Gespräche mit dem Milchindustrie-Verband (MIV). "Dabei geht es um konkrete Mengensteuerungen, die wir Bauern machen wollen. Zu diesen brauchen wir aber die Molkereiwirtschaft", erläuterte Schaber. Durch eine Begrenzung der Milchmenge etwa kann der Milchpreis beeinflusst werden. An die Molkereien hat der Verband nach Angaben einer Sprecherin Formulare verschickt, die ihrem Industrie-Verband freie Hand für Verhandlungen geben sollen.
Der erbitterte Streit war am Montag eskaliert. Wütende Bauern hatten mit ihren Traktoren Dutzende Molkereien in ganz Deutschland blockiert und damit für Produktionsausfälle gesorgt.
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