Angela Merkel | Bildquelle: dpa

Vor Merkels USA-Reise Trump treffen, über Abschottung reden

Stand: 13.03.2017 15:34 Uhr

Morgen ist es endlich soweit: Kanzlerin Merkel wird in Washington erstmals mit US-Präsident Trump zusammenkommen. Bei einem Treffen mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft machte sie klar, was ein wichtiges Thema wird: die Sorge vor einem US-Protektionismus.

Kanzlerin Angela Merkel will sich bei ihrem USA-Besuch für offene Märkte und gegen Protektionismus einsetzen. Vor den für morgen geplanten Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump betonte Merkel die Bedeutung guter Handelsbeziehungen für beide Seiten. Die USA seien "ein zentraler Handelspartner" für Deutschland und die EU, sagte sie nach einem Gespräch mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft in München: "Dieser Handel ist für beide Seiten von Vorteil."

Merkel fliegt noch heute Abend nach Washington. Sie wird von Firmenchefs begleitet, darunter die Vorstandsvorsitzenden von Siemens und BMW, Joe Kaeser und Harald Krüger. "Das direkte Gespräch ist immer viel besser, als wenn man übereinander redet", sagte Merkel. "Miteinander reden statt übereinander reden - das wird mein Motto sein bei diesem Besuch, auf den ich mich ausdrücklich freue."

Merkel: Hunderttausende US-Jobs dank deutscher Firmen

Merkel verwies auf die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen beiden Ländern. So gebe es in den USA dank deutscher Unternehmen ungefähr 750.000 Arbeitsplätze. Darüber hinaus hingen zwei bis drei Mal so viele Jobs von deutschen Firmen ab. Umgekehrt seien in Deutschland Hunderttausende Arbeitsplätze von US-Unternehmen abhängig. Die Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten beliefen sich auf 271 Milliarden Euro: "Das sollten wir in den Mittelpunkt stellen."

Die USA waren 2016 der größte Absatzmarkt für deutsche Produkte. Washington stört sich aber schon länger am deutschen Handelsüberschuss von 49 Milliarden Euro. Mit Trump drohte nun erstmals ein US-Präsident an, dagegen mit protektionistischen Maßnahmen vorzugehen.

Angela Merkel und die Spitzenverbände der Wirtschaft | Bildquelle: AFP
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Kanzlerin Merkel und die deutsche Wirtschaft sind sich einig: Ein neuer US-Protektionismus würde allen schaden.

Spitzenverbände warnen vor Abschottung

Auch der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) warnte vor Abschottung. Merkel müsse in Washington deutlich machen, dass dies der falsche Weg wäre, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. Es sei für beide Seiten wichtig, den globalisierten Welthandel aufrechtzuerhalten. Der Handel sei auch für die USA von großer Bedeutung. Noch wisse man nicht, wie viel Wahlkampf-Rhetorik noch in Trumps Twitter-Botschaften stecke.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte, Merkel werde es sicher gelingen, in Washington Verständnis für die deutsche Wirtschaft zu wecken. Man müsse dort aber immer wieder deutlich machen, wie verzahnt die weltweite Wirtschaft sei. Es werde zu keinem Handelskrieg kommen. Der US-Wahlkampf werde aber wohl erst in einiger Zeit abklingen.

In einer gemeinsamen Erklärung betonen die vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft - der Arbeitgeberband, der Handwerksverband, BDI und Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) - die Bedeutung freien Handels und offener Märkte.

US-Reise: Merkel & Trump - Zwei Welten treffen aufeinander
S. Ueberbach, ARD Berlin
13.03.2017 15:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. März 2017 um 15:00 Uhr.

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