Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich beim chinesischen Startup iCarbonX einen Spiegel erklären, in dem Gesundheitsdaten angezeigt werden. | Bildquelle: REUTERS

Merkel-Besuch in Shenzhen "Made in China" - aber doch deutsch

Stand: 25.05.2018 12:57 Uhr

Dass Kanzlerin Merkel zum Ende ihrer China-Reise Shenzhen besucht hat, ist kein Zufall. Dort begann vor 40 Jahren Chinas wirtschaftliche Öffnung. Das einstige Fischerdorf ist heute größer als Hongkong.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Angela Merkel ließ sich in Shenzhen unter anderem ein Hightech-Röntgengerät erklären. "Made in China", aber hergestellt von einer deutschen Firma: Siemens.

Nach den politischen Gesprächen gestern in Peking wollte die Bundeskanzlerin mit ihrem Besuch im Süden Chinas heute zwei Dinge zeigen. Erstens: Trotz einiger Probleme funktioniert die konkrete deutsch-chinesische Wirtschaftszusammenarbeit, zum Beispiel im Shenzhener Medizintechnikwerk von Siemens. Zweitens verdeutlichte Merkel mit ihrem Abstecher nach Shenzen, dass sie sich für alle Regionen des riesigen Landes interessiert: "Ich versuche, wann immer ich in China bin, nicht nur Peking zu besuchen, sondern auch andere Provinzen, um ein breiteres Bild von der Entwicklung Chinas zu bekommen."

Merkel lässt sich einen einen Computertomographen der Firma Siemens erklären | Bildquelle: dpa
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Merkel im Shenzhener Medizintechnikwerk von Siemens. Für sie ein gutes Beispiel der Zusammenarbeit.

Vom Fischerdorf zur 13-Millionen-Metropole

Die südchinesische Stadt Shenzhen gilt in China als das Symbol für den Beginn der wirtschaftlichen Öffnung des Landes vor 40 Jahren. Damals war Shenzhen ein kleines Fischerdorf, inzwischen leben allein im zentralen Stadtgebiet rund 13 Millionen Menschen, fast doppelt so viele wie im benachbarten Hongkong.

Heute hat die Stadt die frühere britischen Kolonie in vielen Bereichen längst überholt, vor allem in Sachen Innovationskraft und Dynamik. "Man sieht an dieser Dynamik, dass es einerseits viele Möglichkeiten der Kooperation gibt", sagt Merkel. "Man sieht daran aber auch, dass wir in Deutschland aufgefordert sind, uns mit der Digitalisierung und den daraus erwachsenen Veränderungen für den Arbeitsmarkt zu befassen."

"Auch diesmal selbstbewusst, aber auch kooperativer"

Nach Ansicht von Siemens-Chef Joe Kaeser, der als Teil der Wirtschaftsdelegation die Kanzlerin begleitete, war die Reise ein Erfolg, vor allem was die Atmosphäre zwischen beiden Seiten angeht. "Ich glaube gesehen zu haben, dass das Klima des Miteinanders deutlich kooperativer geworden ist", sagt der Konzernchef, der schon mehrmals mit der Kanzlerin in China war. Das Land habe in den vergangenen Jahren immer wieder einen ungewöhnlich selbstbewussten Eindruck hinterlassen. "So auch diesmal, aber auch kooperativer."

Bundeskanzlerin Angela Merkel besichtigt das Startup iCarbonX in Shenzen und spricht mit einem Programmierer am Computer. | Bildquelle: dpa
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Shenzen ist heute High-Tech-Metropole und beherbergt viele Startups, wie etwa die Firma iCarbonX, die Merkel auch besuchte.

Treffen auch mit Menschenrechtlern

Noch am Vormittag deutscher Zeit hob der Regierungsjet der Bundeskanzlerin schon wieder in Richtung Deutschland ab. Damit dauerte Angela Merkels Arbeitsbesuch in China nicht einmal 48 Stunden. Inhaltlich ziemlich war er vollgepackt: Neben den internationalen Konfliktthemen Nordkorea und Iran ging es vor allem um Wirtschafts- und Handelsfragen.

Auch das Thema Menschenrechte spielte eine Rolle. Nicht öffentlich zwar, aber direkt nach ihrem Treffen mit Staats- und Parteichef Xi Jinping gestern Abend traf sich Merkel in der Deutschen Botschaft in Peking mit einigen Menschenrechtsaktivisten. Mit dabei waren auch Angehörige von Bürgerrechtsanwälten, die aus politischen Gründen im Gefängnis sitzen.

"Datensicherheit das A und O"

Schon in etwa anderthalb Monaten kommt der chinesische Ministerpräsident zum Gegenbesuch nach Deutschland. Li Keqiang und einige seiner wichtigsten Minister werden sich Anfang Juli mit dem Bundeskabinett treffen, im Rahmen der längst zur Routine gewordenen deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen.

Und Angela Merkel gab heute auch schon Hinweise auf die mögliche Tagesordnung der gemeinsamen Kabinettssitzung: "Die Kooperation muss jetzt mit Blick auf die Digitalisierung auf ganz neue Füße gestellt werden. Denn Daten sind der entscheidende Faktor und Datensicherheit ist für die Unternehmen das A und O."

Merkel beendet China-Reise mit Besuch bei Hightech-Metropole Shenzhen
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
25.05.2018 11:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Mai 2018 um 14:00 Uhr.

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