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Reaktionen auf Merkel-Besuch in Athen
"Sie kam, sah und versprach"
Die Reaktionen der Demonstranten in Athen auf den Besuch von Kanzlerin Merkel waren eindeutig - das Echo in den griechischen Zeitungen am Tag danach ist gemischt. Einigkeit besteht nur in einem Punkt: Die Probleme des Landes können nicht mit einem Besuch gelöst werden.
Von Reinhard Baumgarten, ARD-Hörfunkstudio Istanbul
Der größte Teil der seriösen griechischen Presse ist sich darüber einig: Der Besuch von Bundekanzlerin Angela Merkel war ein Erfolg. Die Boulevardpresse setzt weiter auf plakative und zum Teil beleidigende Berichte. Die linke Oppostionspresse kündigt das baldige Ende der Regierung Samaras an.
"Merkel hilft, Kampf mit der Zeit", so der Tenor der Zeitung "Kathimerini". Der Besuch Angela Merkels war nach Ansicht des konservativen Blattes positiv. Berlin wünsche den Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Berlin verstehe jetzt besser, dass die Menschen in Griechenland eine schwierige Zeit durchmachten. Auch habe die Kanzlerin den Zorn von Teilen der Bevölkerung gesehen. Das griechische Problem, so das Blatt weiter, könne aber nicht mit einem Besuch gelöst werden. Es deute aber einiges darauf hin, dass das Land nun in die Phase komme, bei der das ersehnte Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein werde.
Griechische Presse zum Besuch von Bundeskanzlerin Merkel
R. Baumgarten, ARD Istanbul, zzt. Athen
10.10.2012 12:52 Uhr
"Alles hängt nun von uns ab"
Die Zeitung der politischen Mitte "Ta Nea" titelt: "Sie ist gekommen, hat gesehen und versprochen". Die Kanzlerin sei gekommen, um die griechische Regierung und die Bürger in ihren Bemühungen zu unterstützen. Merkel habe gesehen, wie heftig die Demonstrationen gegen den Sparpakt sind. Schließlich habe sie versprochen zu helfen, damit Griechenland bald die nächste Hilfstranche bekomme. "Alles hängt nun von uns ab", meinte das Blatt weiter. "Die nötigen Reformen müssen jetzt unter Dach und Fach gebracht werden."
Einige Boulevardblätter setzten weiter auf emotional aufgeladene Berichterstattung. "Sie unterstützt und erpresst", titelte beispielsweise die kleine Boulevardzeitung "Ellada".
Die Syriza-Parteizeitung "Avgi" stellt fest: Die Regierung von Antonis Samaras werde künstlich am Leben gehalten. Angela Merkel wünsche, dass Griechenland Euroland bleibe. Sie habe Griechenland mit der ehemaligen DDR verglichen. Damit bereitet sie nach Ansicht des linken Blattes die Griechen auf viele schwierige Jahre vor. Merkel habe Samaras angebunden und dies werde "verheerende Konsequenzen" für Griechenland haben.
Stand: 10.10.2012 12:34 Uhr
