Fertigungsroboter der Firma Kuka | Bildquelle: dpa

Kritische Studie Warnung vor Chinas Technologie-Hunger

Stand: 14.12.2016 00:56 Uhr

Kuka, Osram, Aixtron. Die Liste deutscher Technologie-Firmen, auf die chinesische Investoren ein Auge geworfen haben, ist lang. Eine Studie warnt nun Industriestaaten davor, sich täuschen zu lassen. Letztlich wolle China ausländische durch eigene Technik ersetzen.

Chinas Hunger auf westliche Technologie droht laut einer Studie zu einem handfesten Problem für Deutschland und andere Industriestaaten zu werden. Hightech-Staaten müssten sich auf "eine Schwächung ihres Wirtschaftswachstums" einstellen, warnte das Berliner China-Institut Merics in einer Analyse zu Pekings neuer Industriepolitik "Made in China 2025". 

Chinas ambitionierter Plan sieht vor, in vielen Sektoren die Technologielücke zu westlichen Firmen zu schließen und selbst Weltmarktführer hervorzubringen. Zunächst sollen Produktionsanlagen modernisiert werden, später soll das Land dann zu einer "Industrie-Supermacht" aufsteigen. Kritisch beurteilten die Merics-Experten, dass die Lücke zum Westen vor allem durch massive Zukäufe im Ausland geschlossen werde. Von Januar bis September beliefen sich chinesische Investitionen in EU-Staaten demnach auf mehr als 15 Milliarden Euro, bis Ende 2016 könnten es fast 19 Milliarden Euro sein. In den USA investierten chinesische Firmen im ersten Halbjahr dieses Jahres umgerechnet mehr als 17 Milliarden Euro.

Übernahmen aus China genauer prüfen

Politik und Wirtschaft sollten sich nicht von "kurzfristigen Geschäftschancen täuschen lassen", warnen die Autoren. Am Ende gehe es der chinesischen Führung darum, "ausländische durch chinesische Technologien zu ersetzen". Kluge Antworten auf Chinas Strategie seien nötig. Europa empfiehlt Merics unter anderem, Übernahmen aus China genauer zu prüfen.

Ähnlich wie in den USA müssten auch in Europa die Bedeutung von Investitionen aus dem Ausland in einheimische Firmen für die nationale Sicherheit entschiedener untersucht werden. Auch müssten die Industrieländer Chinas Interesse an ihrer Technologie nutzen, um etwa im Gegenzug IT-Sicherheitsstandards und den Schutz von sensiblen Unternehmensdaten bei ihren Geschäften in China einzufordern.

Investitionen in China nur beschränkt möglich

Chinesische Übernahmepläne sorgten zuletzt in Deutschland für heftige Diskussionen - wie der Fall des Roboterherstellers Kuka, des Spezialmaschinenbauers Aixtron und des Leuchtmittelproduzenten Osram. Europäische Unternehmen begrüßen zwar in der Regel Investitionen aus China. Sie beklagen aber auch, dass es wegen zahlreicher Beschränkungen und Verbote für europäische Firmen nicht möglich ist, in ähnlichem Umfang in China zu investieren.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Dezember 2016 um 16:41 Uhr in der Wirtschaft.

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