Dieselfahrzeuge von Daimler und BMW Umwelthilfe bemängelt zu hohe Abgaswerte

Stand: 16.12.2015 16:07 Uhr

Die Deutsche Umwelthilfe stellt die offiziellen Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen von Daimler und BMW in Frage. Im Prüfverfahren würden die Richtwerte zwar eingehalten - nicht jedoch auf der Straße. Die Autokonzerne weisen die Vorwürfe zurück.

Im Zuge des Diesel-Abgasskandals bei Volkswagen kommen nach Opel und Renault auch Daimler und BMW unter Rechtfertigungsdruck wegen Stickoxid-Werten. Messungen im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe und des ZDF-Magazins "Frontal 21" ergaben zwei bis drei Mal so hohe Werte wie im normierten Test auf dem Prüfstand.

"Es ist für die Deutsche Umwelthilfe nicht akzeptabel, wenn die Stickoxid-Emissionen von Diesel-Pkw bei geringfügig geänderten Rahmenbedingungen im Labor oder gar beim Nachfahren des Prüfzyklus auf der Straße stark ansteigen", kritisierte der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Im Interview mit tagesschau24 räumte er jedoch auch ein: "Wenn man ganz genau die Prüfsituation einhält, ist dieser Mercedes sauber."

Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe, zu den Abgaswerten
tagesschau24 13:30 Uhr, 16.12.2015

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Autokonzerne weisen Vorwürfe zurück

Auf diese Vorwürfe reagierten die Autokonzerne empfindlich: Daimler und BMW verwahrten sich gegen Spekulationen, illegale Abschaltprogramme einzusetzen. "Den damit verbundenen Vorwurf der Manipulation weist die Daimler AG erneut auf das Schärfste zurück", erklärte Daimler. Mercedes-Fahrzeuge entsprächen in vollem Umfang den gesetzlichen Vorschriften.

In zwei anwaltlichen Schreiben, die die Deutsche Umwelthilfe veröffentlichte, drohen Daimler und BMW inzwischen auch mit rechtlichen Konsequenzen, sollten die Umweltorganisation den Herstellern öffentlich Manipulationen an den Abgaswerten unterstellen.

Die Deutsche Umwelthilfe sieht nun die Behörden in der Pflicht - nicht zuletzt weil das Grundproblem in Deutschland sei, dass die Diesel-Fahrzeuge auf der Straße ein Vielfaches der erlaubten Stickoxide ausstießen, wie Resch bei tagesschau24 kritisierte. Doch von Seiten des Kraftfahrt-Bundesamtes als zuständige Einrichtung sei bislang keine Aufklärung erfolgt, kritisierte Resch.

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