Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
[Bildunterschrift: Viele Geschäfte hatten zur WM länger geöffnet.
]
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat die Konjunktur offenbar doch nicht beflügelt. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind von dem Turnier "keinerlei nennenswerte positive gesamtwirtschaftliche Effekte ausgegangen", wie der "Tagesspiegel" berichtet. So seien die Ausgaben der ins Land gekommenen WM-Touristen nicht konjunkturell spürbar gewesen. "Insgesamt dürften allenfalls 500 Millionen Euro von ausländischen Gästen ausgegeben worden sein", rechnet das DIW vor. Dies sei eine zu vernachlässigende Größe, zumal die Gastronomiebranche gesamtwirtschaftlich nicht bedeutsam genug sei, um das Wachstum anzukurbeln, zitiert die Zeitung weiter.
Verhältnismäßig gering seien auch die im Vorfeld getätigten Investitionen, etwa in die Stadien, gewesen. Im Einzelhandel habe es während der WM keinen Umsatzanstieg gegeben, auch die Beschäftigung sei hier konstant geblieben. Und der private Konsum sei in den Sommermonaten sogar rückläufig gewesen.
Ende 2006 hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hingegen eine ganz andere Bilanz gezogen. Die WM sei "sportlich und auch wirtschaftlich" ein Erfolg gewesen, sagte Schäuble. Im Gastgewerbe sei während der WM der Umsatz um vier Prozent oder 300 Millionen Euro gestiegen. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels gehe von einem direkten WM-Impuls von zwei Milliarden Euro aus.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und die Bundesagentur für Arbeit sprächen übereinstimmend von 50.000 neuen Arbeitsplätzen, die durch die WM entstanden seien, so Schäuble weiter.
[Bildunterschrift: Britische Fans und Polizisten feiern in Nürnberg ]
Gert Wagner, Forschungsdirektor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin, hatte bereits unmittelbar nach der WM konjunkturelle Auswirkungen bezweifelt. Im Gespräch mit tagesschau.de sagte er, die WM werde keine spürbaren Impulse geben. Die 50.000 Jobs, die nach Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit durch die WM hauptsächlich im Tourismus- und Sicherheitsbereich entstanden sind, würden größtenteils wieder verschwinden. "Da bleiben mit Glück vielleicht 50 übrig", so der Wirtschaftsexperte.
Wagner hielt es zudem nicht für wahrscheinlich, dass plötzlich mehr Touristen nach Deutschland kommen. "Bei Kulturinteressierten war Deutschland schon immer ein beliebtes Reiseziel. Ich glaube aber nicht daran, dass der durchschnittliche britische Fußballfan plötzlich lieber hierher reist als nach Mallorca oder Malta", sagte er tagesschau.de.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW