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Mehr Hitzetote durch Klimawandel
Wetterextreme in Deutschland werden zunehmen

Mehr Hitzetote durch Klimawandel

 (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bis zu 25 zusätzliche Hitzetage könnte es ab 2071 in Süddeutschland geben ]
Die Wetterextreme nehmen zu – auch in Deutschland. Nach Ansicht des Kieler Instituts für Weltwirtschaftsforschung werden uns die kommenden Jahrzehnte vor allem eines bringen: eine deutliche Zunahme an heißen Sommern. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass damit nicht nur die Gesundheitsrisiken, sondern auch die Kosten für das Gesundheitssystem massiv ansteigen werden.

„Das wird ein ganz großes Problem werden“, sagt Professor Gernot Klepper, Autor der Studie "Kosten des Klimawandel". "Die Menschen werden immer älter und haben Schwierigkeiten, mit der ansteigenden Hitze umzugehen." Der Studie zufolge wird es in den kommenden Jahrzehnten deutlich mehr Hitzetage mit mehr als 32 Grad gefühlter Temperatur geben.

16.000 Hitzetote in Deutschland?

 (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Krankenhäuser müssen sich auf mehr Hitzeopfer einstellen ]
Ohne entsprechende Vorkehrungen - beispielsweise der Einführung von Hitzewarnsystemen - erwarten die Experten, dass die Zahl der Hitzetoten in Deutschland von 4500 im vergangenen Jahr auf mehr als 16.000 Tote im Jahr 2085 ansteigen wird. Die hohen Temperaturen im Sommer werden vor allem bei alten Menschen die Erkrankungen emporschnellen lassen. Wetter bedingte Krankenhauseinweisungen könnten sich der Studie zufolge versechsfachen, von derzeit 24.500 auf 150.000 Patienten im Jahr 2085. Falls die Bürger ihr Verhalten anpassten, könnten die Todesfälle jedoch vermieden werden, so Klepper.

Leistungsfähigkeit der Menschen wird sinken

Wenig beachtet wurde bislang auch, wie sich der Klimawandel auf die Arbeitswelt auswirken wird. "Der größte Faktor wird die Verringerung der Leistungsfähigkeit der Menschen sein", so Klepper. Seine Studie geht davon aus, dass die Arbeitsproduktivität jährlich um bis zu zwölf Prozent abnehmen wird. Für die Volkswirtschaft wäre das ein Verlust von bis zu zehn Milliarden Euro im Jahr.

Noch unerforschte Risiken des Klimawandels

Frau im Park (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Vor allem alte Menschen werden unter den steigenden Temperaturen im Sommer leiden ]
Nicht nur die steigenden Temperaturen an sich werden Krankheiten und Kosten verursachen. "Wir werden es auch mit der Ausbreitung von allergieauslösenden Krankheiten zu tun haben", so Michael Hübler, Mitautor der Studie. "Aber auch von Insekten übertragene Krankheiten werden zunehmen. Zum Beispiel durch Zecken oder den Eichenprozessionsspinner, eine Raupe, dessen giftige Haare Reizungen der Haut und Atemwege hervorrufen kann."

Die Kieler Studie stützt sich auf Klimadaten des Max-Planck-Instituts für Meteorologie für die Jahre 2071 bis 2100 und geht von bis zu 25 zusätzlichen Hitzetagen pro Jahr aus. Hitzetage sind Tage mit mehr als 32 Grad. Die Verteilung der zusätzlichen Hitzetage wird demnach sehr unterschiedlich sein: Plus ein Tag an den Küsten und bis zu 25 zusätzlicher Hitzetage in Tallagen in Süddeutschland, etwa am Rhein.

Stand: 08.02.2007 13:54 Uhr
 

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