Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

12.03.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 14:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 02:38 Uhr
Inhalt
Wirtschaft
Genfood (Foto: dpa/dpaweb)

Verbraucher können Genfood jetzt meiden

Genfood (Foto: dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ein Greenpeace-Aktivist prüft die Gen-Kennzeichnung in einem Hamburger Supermarkt. ]
Ab sofort können Käufer prüfen, ob Cornflakes, Pizza oder Ketchup gentechnisch verändert wurden. Nach einer EU-Richtlinie, die am Sonntag in Kraft trat, müssen Lebensmittel, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder aus ihnen hergestellt werden, gekennzeichnet werden. Ins Auge springt der Hinweis jedoch meist nicht: Im Normalfall findet sich der Vermerk "gentechnisch verändert" in der Zutatenliste. Die Verordnung gilt jedoch auch für lose Waren sowie Restaurants. Hier ist ein Hinweis auf der Speisekarte vorgeschrieben. In vielen deutschen Supermärkten wird sich jedoch erst in einigen Wochen etwas ändern, denn Produkte, die vor dem 18. April hergestellt wurden, dürfen weiterhin verkauft werden. Gar nicht gekennzeichnet werden müssen Fleisch- und Milchprodukte, wenn die Tiere mit genverändertem Futter ernährt wurden.

Sanktionen drohen jedoch nicht

 (Foto: Zentralbild) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Cornflakes und Popcorn werden häufig aus Genmais hergestellt ]
Verbraucherministerin Renate Künast begrüßte die Neuregelung. "Nun haben wir wirkliche Wahlfreiheit und können selbst entscheiden, ob wir gentechnische veränderte Produkte verwenden wollen, oder nicht", sagte sie. Sie rief die Verbraucher zu einer Abstimmung "mit dem Einkaufskorb" über den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft auf. Zugleich kritisierte sie, dass die Länder im Bundesrat die vorgesehen Sanktionen bei Verstößen blockiert haben. Ihr Entwurf sah Strafen bis zu 50.000 Euro vor - jetzt droht keine Strafe bei Zuwiderhandlungen.

70 Prozent der Verbraucher lehnen Genfood ab

Umfragen zufolge lehnen europaweit mehr als 70 Prozent der Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Deshalb haben viele Einzelhändler und Lebensmittelketten bereits angekündigt, weitgehend auf gentechnisch manipulierte Produkte zu verzichten. Nach der Einschätzung von Burkhard Roloff, Experte der Umweltschutz-Organisation BUND, muss in den Regalen jedoch mit Öl aus manipuliertem Raps oder Soja, Ketchup aus Gen-Tomaten sowie Cornflakes und Popcorn aus Gen-Mais gerechnet werden.

Laut der Verbraucherschutzministerin Nordrhein-Westfalens, Bärbel Höhn, ist der Anteil gentechnisch veränderter Lebensmittel in Deutschland derzeit noch recht gering und bewegt sich im Promillebereich. Nahrungsmittel mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen können zum Beispiel Back- und Süßwaren, Anteile von Tiefkühlpizzen oder Obst und Gemüse sein. Bei Futtermitteln wie Soja oder Mais könne der Anteil an gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen dagegen bis zu 50 oder 70 Prozent betragen.

Stand: 19.04.2004 08:53 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW