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Wirtschaft

Blüten aus dem Bankautomaten

Euroscheine Die Zahl der gefälschten Euro-Noten nimmt zu. Und das in einem Ausmaß, dass die Europäische Zentralbank schon von einem "großen Problem" spricht. Bei ihrer Einführung galt die Gemeinschaftswährung als relativ fälschungssicher. Mittlerweile kursieren jedoch so gute Blüten auf dem Markt, dass diese selbst von Experten nicht immer als solche erkannt werden.

LKA's berichten von Blüten aus dem Automaten

Offenbar ist man nicht einmal mehr am Bankautomaten vor Falschgeld sicher. Immer mehr Kunden hätten sich über Blüten aus dem Geldautomaten beschwert, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Landeskriminalämter (LKA). In Nordrhein-Westfalen hätten Bankkunden nach Angaben des LKA Düsseldorf innerhalb von zwei Jahren in 26 Fällen belegen können, dass sie Falschgeld aus Geldautomaten gezogen hätten. Auch in Hessen habe es nach Angaben des dortigen Landeskriminalamts Fälle gegeben, in denen Falschgeld über Geldautomaten in Umlauf gekommen sei.

Bundesbank widerspricht, LKA bestätigt

Während die Bundesbank den Zeitungsbericht in Frage stellte, bestätigte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamts der Nachrichtenagentur AP die Darstellung. "Die Fälle sind einfach da", sagte LKA-Sprecher Detlef Puchelt. Anscheinend hätten die Banken in ihren Bemühungen nachgelassen, das über Geldautomaten verteilte Geld zu überprüfen. Das sei besonders deshalb kritisch, weil Bankkunden, wenn sie zur Bank gingen, "davon ausgehen, dass sie kein Falschgeld erhalten".

Von der Bundesbank hieß es dagegen, es gebe keine beweisbaren Fälle für Falschgeld aus Bankautomanten. "Da wird etwas suggeriert, was in Wirklichkeit kein Problem ist", sagte Sprecher Johannes Korz in Frankfurt/Main. Die Kunden könnten darauf vertrauen, dass sie echte Euro-Scheine erhalten.

Selbstverpflichtung der Banken soll schützen

LKA-Sprecher Puchelt wies daraufhin, dass es in den neunziger Jahren bereits schon einmal ein vermehrtes Falschgeld-Problem in Deutschland gegeben habe. Nach einer Vereinbarung der Geschäftsbanken, in Geldautomaten nur noch Geld einzusetzen, das von den Landesbanken auf seine Echtheit überprüft wurde, sei die Zahl der Fälle jedoch deutlich zurückgegangen.

Der deutsche Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) wies den Verdacht Puchelts zurück, die Banken würden Geld, das in die Automaten komme, nicht mehr auf Echtheit prüfen. 2002 sei die Selbstverpflichtung erneuert, sagte DSGV-Sprecher Stefan Marotzke. Angesichts der Geldmenge, die über Automaten in Umlauf kämen, könne aber nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, "dass nicht irgendwann einmal ein falscher Schein dazwischen gerät."

Beweispflicht liegt beim Kunden

Erhalten Kunden aus dem Geldautomaten Blüten, gibt es für sie erhebliche Probleme. Sie müssten beweisen, dass die Bank schuld ist. "Die Bank leistet nur Ersatz, wenn die Beweiskette sehr dicht ist", sagte Udo Bühler vom hessischen LKA. Das sieht der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen genau so: "Die Beweispflicht liegt beim Kunden", sagte Verbandssprecher Michael Auge. "Wenn es anders wäre, könnten die Fälscher direkt zu uns kommen."

Stand: 04.05.2004 18:23 Uhr
 

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