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21.11.2009

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Wirtschaft

DGB: Deutsche-Bank-Entlassungen sind "verheerendes Signal"

Stellenabbau bei Deutscher Bank

DGB: Entlassungen sind "verheerendes Signal"

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat den angekündigten Stellenabbau der Deutschen Bank bei gleichzeitigem Gewinn in Milliardenhöhe scharf kritisiert. Die Entscheidung der Deutschen Bank sei ein "verheerendes Signal", sagte DGB-Vize Ursula Engelen-Kefer der "Neuen Presse" in Hannover. "Steigerung der Rendite auf 25 Prozent und mehr als 6000 Menschen entlassen - deutlicher habe ich eine reine Fixerung auf shareholder value noch nie gesehen." Solches Verhalten schüre nicht nur Ängste, sondern habe auch "Schuld an der fehlenden Binnennachfrage"; sagte die DGB-Vize weiter.

Stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: DGB-Vize Ursula Engelen-Kefer: "Verheerendes Signal"]
IG-Metall-Chef Peters Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: IG-Metall-Chef Jürgen Peters]

IG-Metall-Chef Jürgen Peters nannte das Verhalten der Bank "unerträglich und verantwortungslos". Er regte in der "Bild"-Zeitung eine Debatte über Moral und Ethik in der deutschen Wirtschaft an. "Wir dürfen die Zukunft unserer Unternehmen und das Schicksal der Arbeitnehmer nicht Managern ohne sozialem Gewissen überlassen", forderte er.

Hecheln nach Gewinnsteigerung: "keine solide Strategie"

Die Gewerkschaft ver.di rief die Deutsche Bank auf, den angekündigten Stellenabbau zurückzunehmen. "Die Deutsche Bank ist kein Sanierungsfall wie Opel oder Karstadt, sondern ein Unternehmen mit hevorragenden Zahlen", so ver.di-Fachsekretär Wolfgang Hermann. Die Beschäftigten dürften "nicht auf dem Altar der Analysten geopfert" werden. "Das Hecheln nach der Steigerung der Eigenkapitalrendite ist keine solide Strategie", kritisierte Hermann.

Auch angesichts der hohen Arbeitslosigkeit sei der Personalabbau unverantwortlich. "Ein Unternehmen, das so brillant verdient und so gut aufgestellt ist, muss sich dieser Verantwortung in besonderem Maße stellen", sagte Hermann.

Einfallsloses Management

Auch die Kapitalanleger kritisierten die Ankündigung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. "Es ist eine außerordentlich unbefriedigende Situation, dass dem Management nichts Weiteres einfällt, als auf die Kostenbremse zu treten", so das Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Reinhild Keitel, gegenüber der "Berliner Zeitung". Das zeuge nicht von sehr viel Fantasie. "Statt Personal im großen Stil abzubauen, wäre es besser zu überlegen, wie Geschäftsfelder sinnvoll erweitert werden können".

Auch der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Jürgen Kurz, warnte vor einem übertriebenen Personalabbau. Grundsätzlich äußerte er Verständnis für Personalabau, vorausgesetzt es sei betriebswirtschaftlich notwendig.

Josef Ackermann (Foto: dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ]
Ackermann hatte am Donnerstag bei Vorlage des Geschäftsergebnisses 2004 eine Steigerung des Reingewinns um 87 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gemeldet und zugleich den Abbau von weltweit 6400 Stellen bekannt gegeben.

Stand: 05.02.2005 17:08 Uhr
 

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