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Der weltgrößte Handelskonzern Wal-Mart bekommt laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" sein Deutschlandgeschäft nicht in den Griff. Entgegen Ankündigungen von Deutschlandchef Kay Hafner schrumpfe die Warenhauskette weiter und werde Ende Juni erneut eine Filiale schließen, schreibt die Zeitung.
Nach Unternehmensangaben sei der Standort im saarländischen Neunkirchen mit rund 100 Mitarbeitern betroffen. Aktuell betreibt Wal-Mart rund 90 Häuser in Deutschland. Zwei weitere Filialen in Solingen und Erkelenz muss das Unternehmen laut FTD in den nächsten Wochen an den Konkurrenten Kaufland übergeben. Kaufland habe sich die Mietverträge bereits gesichert. Vieles spreche dafür, dass Kaufland auch das Haus in Neunkirchen übernehme.
[Bildunterschrift: Anbändeln zwischen Endivien und Gurken: Was den Kunden erlaubt ist, ist den Wal-Mart-Mitarbeitern untereinander verboten. ]
Zusätzlicher Ärger drohe der Deutschlandtochter des US-Konzerns wegen einer Ethikrichtlinie, die Mitarbeiter zusammen mit der Gehaltsabrechnung für Februar ausgehändigt bekommen hätten. Die Vorschriften verbieten nach Informationen der Zeitung den Angestellten unter anderem, Geschenke von Lieferanten anzunehmen. Außerdem werde das Liebesleben der Mitarbeiter streng geregelt. "Sie dürfen nicht mit jemandem ausgehen oder in eine Liebesbeziehung mit jemandem treten, wenn Sie die Arbeitsbedingungen dieser Person beeinflussen können oder der Mitarbeiter Ihre Arbeitsbedingungen beeinflussen kann", so der Kodex. Bei Nichtbeachtung der Regeln drohe die Kündigung. Wal-Mart hatte dem Blatt zufolge seine Ethikvorschriften nicht zuvor dem Betriebsrat vorgelegt. Derzeit werde der Gang zum Arbeitsgericht vorbereitet, hieß es bei den Arbeitnehmervertretern. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.
Der Streit um den Kodex weckt Erinnerungen an die jüngste Personalie beim US-Flugzeugbauer Boeing. Dort war letzte Woche einem ähnlichen Kodex der Chef des Unternehmens, Harry Stonecipher, zum Opfer gefallen. Er hatte ein Verhältnis mit einer Angestellten des Konzerns und musste deshalb seinen Schreibtisch ausräumen. Pikanterweise hatte Stonecipher selbst die Richtlinie eingeführt.
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