Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

21.03.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
Inhalt
Wirtschaft
DIHK will Lehrlingsgehalt auf 270 Euro halbieren
DIHK-Vorschlag

Lehrlingsgehalt von 270 Euro "ausreichend"

Ludwig Georg Braun (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ludwig Georg Braun ]
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, will das Gehalt für Lehrlinge kürzen. "Mein Vorschlag ist, eine bundesweite Basisvergütung von 270 Euro einzuführen", sagte er der Zeitung "Die Welt". Er rechtfertigte seinen Vorstoß damit, dass so mehr Lehrstellen finanziert werden könnten. "Eine Ausbildungsvergütung von bis zu 800 Euro ist für viele Betriebe einfach zu hoch."

Braun forderte zudem flexiblere Arbeitszeiten für Jugendliche. "Die Arbeitszeiten müssen den Bedürfnissen der Branchen besser angepasst werden." Es ergebe keinen Sinn, dass eine 17-jährige Restaurantfachfrau um 22.00 Uhr gehen müsse, "wenn noch alle Tische besetzt sind", sagte der DIHK-Präsident.

Durchschnittsvergütung bei 580 Euro

Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz (Archivbild) ]
Das Bundessozialministerium kritisierte die Forderung nach niedrigeren Lehrlingsgehältern. Ein Sprecher wies darauf hin, eine Kürzung der Ausbildungsvergütungen würde den Sozialsystemen mehr als zwei Milliarden Euro Einnahmen entziehen. Allein der Rentenversicherung würden dann pro Jahr 1,3 Milliarden Euro an Beiträgen fehlen. Den Ministeriumsangaben zufolge liegt die durchschnittliche Ausbildungsvergütung bei 580 Euro pro Monat.

Alter Wein in neuen Schläuchen

Die nun von Braun vorgetragene Idee ist nicht neu. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren forderte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, dass sich zwei Auszubildende ein Gehalt teilen sollten. Auch die Begründung war die gleiche: Nur mit dieser de facto Halbierung von Lehrlingsvergütungen, so hatte Hundt damals argumentiert, ließen sich mehr Ausbildungsplätze schaffen.

Wirtschaft konnte Ausbildungsplatzabgabe abwenden

Mitte 2004 hatten sich Regierung und Unternehmen auf den Ausbildungspakt geeinigt. Inhalt des Abkommens ist, dass allen Jugendlichen eine Ausbildungsstelle oder ein Praktikum angeboten werden soll. Im Gegenzug kam es nicht zu der von Teilen der SPD und von den Gewerkschaften geforderten Ausbildungsplatzabgabe, mit der Betriebe, die nicht ausbilden, belegt werden sollten.

Lehrstellenmisere bleibt bestehen

Trotz des Pakts suchten im Juli dieses Jahres laut der Bundesagentur für Arbeit 246.000 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Die Zahl der freien Lehrstellen betrug jedoch lediglich 76.500. Die Zahl der insgesamt gemeldeten Ausbildungsplätze liegt mit 405.600 der offiziellen Statistik zufolge zehn Prozent unter dem Vorjahreswert.

Stand: 31.07.2005 00:21 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW