Berlin: BER-Chef Mehdorn will Flughafen Tegel halten

Mehdorn

BER-Chef spricht sich für Parallelbetrieb aus

Mehdorn will Flughafen Tegel halten

Der neue Chef des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER), Hartmut Mehdorn, hat sich für einen weiteren Betrieb des Flughafens Berlin-Tegel ausgesprochen. Es müsse darüber nachgedacht werden, ob Tegel parallel zum neuen Flughafen in Schönefeld erhalten bleibe, sagte er im Potsdamer Landtag. Dort stellte er sich dem Sonderausschuss für den BER vor.

"Muss man Tegel wirklich schließen, oder kann man nicht die Last ein bisschen gleich auf die Stadt verteilen?", fragte Mehdorn. Er fände es nicht schlimm, wenn Charterflüge weiter Tegel anfliegen würden. Ursprünglich sollte der Flughafen geschlossen werden, sobald die Arbeiten am BER abgeschlossen sind. Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens hatte sich aber immer wieder verschoben.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, der den Vorsitz im Aufsichtsrat des BER innehat, betonte hingegen, laut Planfeststellung müsse Tegel ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme des Neubaus schließen.

Der Flughafen Berlin Tegel (Bildquelle: dapd)
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Der Flughafen Tegel könnte länger in Betrieb bleiben.

Differenzen auch beim Nachtflugverbot

Auch beim Nachtflugverbot gehen die Ansichten von Mehdorn und Platzeck auseinander. Während Mehdorn erneut betonte, ein strengeres Nachtflugverbot käme für ihn nicht infrage, sprach sich Platzeck für mehr Nachtruhe für die Anwohner aus. Damit reagierte er auf ein Volksbegehren, das der brandenburgische Landtag angenommen hatte.

Einig waren sich beide jedoch, dass der neue Hauptstadtflughafen möglichst schnell in Betrieb genommen werden soll. Mehdorn kündigte an, die Baugeschwindigkeit zu erhöhen. "Wir müssen sehen: Welche Möglichkeiten gibt es zur Beschleunigung?", sagte er. Es brauche dafür die Bereitschaft, auch außerhalb der Norm zu denken: "Die ganze Welt sagt: Es geht gar nicht. Ich sage: Es müsste gehen, aber ich weiß auch noch nicht wie."

Neue Peinlichkeiten beim Flughafenbau

Unterdessen drohen dem BER neue peinliche Enthüllungen. So soll das Management der Berliner Flughafengesellschaft vor Politikerbesuchen auf der Baustelle Sonderreinigungen im Wert von jeweils mindestens 40.000 Euro veranlasst haben. Das deckt die ARD-Dokumentation "Pleiten, Pech und Peinlichkeiten" auf.

Stand: 11.03.2013 17:34 Uhr

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