Beginn der russischen MAKS-Messe Luftfahrtschau mit Startproblemen

Stand: 27.08.2013 22:25 Uhr

Dröhnend ziehen Kampfjets ihre Runden über dem MAKS-Gelände - ganz als ob sie die Probleme der russischen Luftfahrtindustrie übertönen wollten. Und davon gibt es viele - sowohl im zivilen wie militärischen Bereich.

Von Heide Rasche, ARD-Hörfunkstudio Moskau

Die Luft- und Raumfahrtmesse MAKS soll alle zwei Jahre das wachsende Potenzial der Luftfahrt-Großmacht Russland demonstrieren - so ist zumindest der Plan der Veranstalter seit Anfang der 1990er Jahre. Doch der Glanz der russischen Luft- und Raumfahrt bröckelt: Ende der 1980er Jahre produzierte die Sowjetunion noch bis zu einem Viertel aller zivilen Flugzeuge weltweit. Bei Militärflugzeugen lag der Anteil sowjetischer Produktion noch weit darüber. Mit der UdSSR brach auch die Luftfahrtindustrie zusammen.

Premierminister Dimitri Medwedjew im Cockpit eines Superjet 100 (Bildquelle: REUTERS)
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Für Medwedjew - hier im Cockpit eines Superjet 100 - hat die Luftfahrtindustrie höchste Priorität.

Mit dem Suchoi Superjet 100 und einigen Neuentwicklungen im militärischen Bereich versucht Russland seit einigen Jahren wieder Anschluss an frühere Zeiten zu bekommen. Premierminister Dimitri Medwedjew lobte bei der Messeeröffnung, die MAKS habe sich als internationale Leistungsschau bei allen wichtigen Unternehmen der Branche als Pflichtveranstaltung etabliert. Der Flugzeugbau sei aus internationaler und aus nationaler Sicht enorm wichtig.

"Für Russland bedeutet der Aufbau einer modernen Luftfahrtindustrie sehr viel, das ist für uns eine Frage von höchster Priorität", so Medwedjew. Dafür gebe es viele Gründe - die schiere Größe des Landes mit neun Zeitzonen sei nur einer davon. Er führte aus: "Deswegen müssen unsere Bürger mit sicheren, modernen und komfortablen Lufttransportsystemen versorgt werden. Dieses Projekt braucht landesweite Unterstützung."

MAKS: Keine großen Abschlüsse erwartet
H. Rasche, ARD Moskau
27.08.2013 21:25 Uhr

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Patzer bei der Generalprobe

Ein Suchoi T-50 Kampfjet landet nach einem MAKS-Schauflug (Bildquelle: REUTERS)
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Bei der MAKS klappte dann alles: Die Suchoi T-50 am Ende eines Demonstrationsfluges.

Doch bei aller Wichtigkeit schwächelt die russische Luftfahrtbranche nach wie vor. Der Superjet 100 von Suchoi macht immer wieder mit technischen Pannen von sich reden und taugt nach wie vor nicht als Hoffnungsträger. Die Verkaufszahlen des Mittelstreckenflugzeugs liegen deutlich unter den Erwartungen.

Und auch die vollmundig als modernste russische Kampfjets angekündigten Suchoi T-50 blieben bei der Generalprobe für den MAKS-Auftritt in der vergangenen Woche erst einmal am Boden - sie hatten Medienberichten zufolge massive Startprobleme. Das russische Industrie- und Handelsministerium gab sich allerdings optimistisch, dass sie während der Messe ohne Einschränkungen präsentiert werden können.

Optimismus bei OAK

Gerade im militärischen Bereich erhofft sich die russische Luftfahrtindustrie lukrative Abschlüsse - auch mit internationalen Kunden. Michail Pogasjan vom Luftfahrtkonsortium OAK, einem Zusammenschluss großer Flugzeugbauer wie Iljuschin, Antonow und Tupolew, gab sich zum Auftakt der Messe optimistisch. Er sagte: "Zum ersten Mal präsentieren wir unsere diversifizierte Produktion nicht nur im engen Segment von Militär- und Luftfahrttechnik, sondern zeigen hier erstmals unser militärisches Transportflugzeug Il-476. Wir erwarten neue Verträge und die Entwicklung neuer Partnerschaften. Wir hoffen, dass diese Pläne realisiert werden können."

Russische Kunstflieger überfliegen das Gelände der MAKS (Bildquelle: REUTERS)
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Russische Kunstflieger überfliegen das Gelände der MAKS

Rekordaufträge wie 2011 wird es wohl nicht geben 

Die 1000 Aussteller aus 43 Ländern erhoffen sich nach Angaben der Veranstalter Aufträge im Gesamtwert von zehn Milliarden Dollar. Den Rekordwert der MAKS 2011 werde man allerdings wohl nicht erreichen, heißt es.

Am Rande der MAKS wurde bekannt, dass auch die russischen Auftraggeber offenbar nur wenig Vertrauen in die heimische Industrie setzen. Das Verteidigungsministerium musste sich davon verabschieden, bereits im kommenden Jahr 37 neue MiG-35 einsetzen zu können. Die Auslieferung der Kampfjets wurde in der vergangenen Woche um drei Jahre verschoben. Grund sei, so zitieren russische Medien den stellvertretenden Verteidigungsminister, die Unfähigkeit der russischen Rüstungsindustrie, die Maschinen zu produzieren.

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