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21.11.2009

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Wirtschaft
Magna ist erleichtert über geplatzten Opel-Kauf
Erleichterung in Österreich

Mehr Angst vor Magna als vor GM

Ein Rettungsanker für Opel sollte der Autozulieferer Magna für Opel sein - doch angesichts der Millionenverluste im ersten Halbjahr wurde Magna für viele Mitarbeiter in Österreich eher zu einer Bedrohung als zu einem Segen. Trotzdem sind die Opel-Beschäftigten nicht glücklich über den geplatzten Deal.

Von Andreas Meyer-Feist, ARD-Hörfunkstudio Wien

Logo Opel und Magna Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Abgesagt: Magna wird Opel nicht übernehmen. ]
Verkehrte Welt: Die Opel-Beschäftigten in Deutschland sind nicht glücklich über den geplatzen Magna-Deal und gehen jetzt auf Konfrontationskurs zu GM. Dagegen sind viele GM-Beschäftigte im Opel-Werk Wien nun erleichtert und froh, bei GM zu bleiben. "Die Entscheidung ist positiv für unser Werk", so formuliert es ein Arbeiter auf dem Weg zur Frühschicht. Ein anderer: "Wir sind eh' ganz am Ende der Hierarchie, uns fragt niemand".

Nachdem in der Nacht klar wurde, dass der österreichische Autozulieferer Magna bei Opel nicht zum Zug kommt, gab es eine knappe Mitteilung von Magna-Europachef Siegfried Wolf: Man verstehe, dass der GM-Verwaltungsrat zu dem Schluss gekommen sei, dass es im besten Interesse von GM ist, Opel zu behalten. Denn Opel spiele eine wichtige Rolle in der globalen GM-Organisation. Erleichterung also selbst bei jenen, die Opel unbedingt haben wollten.

Millionenverluste im ersten Halbjahr

Doch es gab seit Monaten Probleme. Zuletzt war Magna für viele österreichische Opelaner und GM-Mitarbeiter wohl fast schon mehr eine Bedrohung als ein Segen - jedenfalls nicht unbedingt ein stabiler Rettungsanker. Während GM langsam wieder auf Kurs kam, schlitterte Magna in den verganenen Monaten selbst in eine dramatische Krise. Sie brachte dem Autozulieferer allein im ersten Halbjahr 2009 rund 400 Millionen Euro Miese ein. Gewinne wurden zuletzt 2008 gemacht.

Keine guten Voraussetzungen, um ausgerechnet Opel zu sanieren. Zuletzt hatten viele Beschäftigte mehr Angst vor Magna als vor GM. Denn unter Magna hätten noch mehr Jobs verloren gehen können als unter dem alten Eigentümer. Schließlich wird bei Magna derzeit kurzgearbeitet. Löhne und Gehälter wurden gekürzt, weil Aufträge weggebrochen sind. Der Autozulieferer baut Teile für viele namhafte Hersteller und im Auftrag von Mercedes und BMW auch komplette Autos zusammen. Die Absatzkrise dort hatte auch Magna zu spüren bekommen. Die Opel-Übernahme hätte die Flaute im Magna-Kerngeschäft wohl noch verschärfen können.

Risiko Russland

Das Opel-Logo (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Neustart für Opel mit dem Verkauf an Magna ]
Einge Hersteller drohten damit, Aufträge zu stornieren, falls Magna mit Opel zum Konkurrenten am Automobilmarkt aufsteigt. Im Hintergrund die Angst, dass eigene Technologie via Magna abgezogen wird - in Richtung Opel. Mit Opel wollte Magna den russischen Markt aufrollen. Doch auch hier gab es Probleme: Der Markt gilt unter Branchenkennern als schwer berechenbar. Magna wollte mit 55 Prozent bei Opel einsteigen, zusammen mit der russischen Sberbank. Doch die wurde von der weltweiten Finanzkrise arg gebeutelt.   

Wie es jetzt weitergehen soll für die Opelaner in Österreich, aber auch für die weltweit rund 70.000 Magna-Beschäftigten? Sie wissen es noch nicht: "Die Leut' sind verunsichert. Jetzt noch mehr als früher."      

Schwamm drüber und weitermachen wie bisher - und hoffen, dass wenigstens die Absatzkrise am Automobilmarkt langsam ein Ende findet. Österreichs Autobauer wundert nichts mehr: Sie reagieren abgeklärt auf die neue Entwicklung, viele erleichtert, aber kaum jemand resigniert.

Stand: 04.11.2009 13:55 Uhr

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