Bundesaußenminister Heiko Maas. | Bildquelle: dpa

Außenminister Maas Handel mit Iran wird "nicht leicht"

Stand: 13.05.2018 02:00 Uhr

Außenminister Maas sieht kaum Spielraum für deutsche Firmen, weiter im Iran Geschäfte zu machen: Von den US-Sanktionen ausgenommen zu bleiben, dürfte aus seiner Sicht schwierig werden.

Zwar will Deutschland am Abkommen mit dem Iran festhalten, aus dem die USA kürzlich ausgestiegen sind - doch das dürfte schwierig umzusetzen sein. Mit dem Iran weiter Geschäfte zu machen, ist aus der Sicht von Bundesaußenminister Heiko Maas nur begrenzt möglich: "Eine einfache Lösung, Unternehmen von allen Risiken amerikanischer Sanktionen abzuschirmen, sehe ich nicht", sagte Maas der "Bild am Sonntag".

"Nach der Entscheidung der USA nicht leicht"

Für Dienstag haben die Außenminister Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs mit ihrem iranischen Amtskollegen ein Treffen in Brüssel anberaumt. Dort soll es nach Maas' Worten um die Frage gehen, wie Handel mit dem Iran weiterhin möglich sein könne.

Ziel sei, zu erreichen, dass der Iran sich weiter an die Beschränkung seines Nuklearprogramms hält, wie es das Abkommen vorsieht. "Klar ist, dass wir dazu auch wirtschaftliche Anreize erhalten müssen - das wird nach der Entscheidung der USA nicht leicht", sagte Maas.

Unterzeichnerstaaten wollen an Atom-Deal festhalten

US-Präsident Donald Trump hatte vergangenen Dienstag den Rückzug der USA aus dem Abkommen verkündet und neue Sanktionen gegen den Iran verhängt. Davon sind auch deutsche Firmen betroffen, die mit dem Iran Handel treiben. Die US-Regierung kündigte eine Übergangsfrist von drei bis sechs Monaten für ausländische Firmen im Iran an, um das Land zu verlassen - ansonsten werde ihnen der Zugang zum US-Markt verwehrt.

Unter den übrigen Unterzeichnerstaaten zeichnet sich ab, dass diese sich weiterhin an das Abkommen gebunden fühlen und nach einer Möglichkeit suchen, es trotz des Ausstiegs der USA aufrecht zu erhalten. Die iranische Regierung will ebenfalls vorerst daran festhalten, hat aber bereits angedeutet, Vorbereitungen zur Wiederaufnahme von umfangreichen Uran-Anreicherungsprozessen zu treffen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Mai 2018 um 03:00 Uhr.

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