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[Bildunterschrift: Die ersten Fluggesellschaften berechnen ihren Passagieren die zusätzlichen Kosten der Luftverkehrsabgabe. ]
Schon vor der geplanten Verabschiedung durch den Bundestag geben die ersten deutschen Fluggesellschaften und Reiseveranstalter die Luftverkehrsabgabe an ihre Kunden weiter. TUI Deutschland teilte mit, dass seit Montag für alle Buchungen von Flugpauschalreisen für den Zeitraum ab 1. Januar 2011 ein gesonderter Beitrag in Rechnung gestellt werde. Er sei gestaffelt nach der Länge des Fluges und liegt den Angaben zufolge bei zehn, 28 oder 50 Euro.
TUI begründete die Weitergabe der Kosten vor der Entscheidung des Bundestages damit, dass das Gesetz rückwirkend für Buchungen ab dem 1. September gelten solle und es sehr schwierig sei, die Kosten nachträglich zu erheben. Dass der verlangte Beitrag höher ist als die Luftverkehrsabgabe rechtfertigte TUI damit, dass die Kosten der Veranstalter stärker steigen. Denn auch die Provisionen für Reisebüros stiegen mit den Preisen an.
Der Reiseveranstalter Thomas Cook will die zusätzlichen Kosten ebenfalls auf die Reisenden umlegen. Je nach Entfernung liegt der Aufschlag bei neun, 28 oder 50 Euro. Der Anbieter Dertour prüft die Weitergabe der Kosten nach eigenen Angaben noch.
Lufthansa, die größte deutsche Fluggesellschaft, verlangt von ihren Kunden seit Samstag die neue Abgabe in Höhe von acht, 25 oder 45 Euro. Auch hier richtet sich die Höhe - analog zum Gesetzentwurf der Bundesregierung - nach dem Flugziel. Die zusätzlichen Kosten betreffen allerdings nur Flüge ab Januar 2011. Die zum Lufthansa-Konzern gehörende Gesellschaft Germanwings addiert seit Sonntagabend die Luftverkehrsabgabe zu ihren Preisen hinzu.
[Bildunterschrift: Air Berlin zählt zu den Gesellschaften, die die Luftverkehrsabgabe bislang nicht an die Kunden weitergeben. ]
Air Berlin wollte ursprünglich erst nach dem Beschluss von Bundestag und Bundesrat, der für November erwartet wird, über die Weitergabe der Kosten an die Passagiere entscheiden. Derzeit prüfe das Unternehmen aber das weitere Vorgehen, sagte eine Sprecherin tagesschau.de. Auch Condor verzichtet bislang darauf, die Kosten der Luftverkehrsabgabe auf die Preise aufzuschlagen. Zur Begründung erklärte ein Unternehmenssprecher, dass das Gesetzgebungsverfahren erst begonnen habe und noch nicht klar sei, ob die Abgabe wie von der Bundesregierung geplant komme.
Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche den Gesetzentwurf zur Einführung der Luftverkehrsabgabe beschlossen. Sie soll dem Bund rund eine Milliarde Euro pro Jahr einbringen und zur Haushaltssanierung beitragen. Die neue Abgabe wird den Plänen zufolge für alle Passagierflüge gelten, die ab 1. Januar 2011 von deutschen Flughäfen starten und nach dem 31. August des laufenden Jahres gebucht wurden.
Für Verbindungen zu Zielen in Europa und Nordafrika fallen acht Euro pro Ticket an. Mittelstreckenflüge zwischen 2500 und 6000 Kilometer werden mit 25 Euro pro Flugschein belastet. Diese Entfernung reicht nach Süden hin fast bis zum Äquator und nach Osten bis nach Pakistan. Für Langstreckenflüge müssen die Fluggesellschaften 45 Euro pro Ticket bezahlen. Ob, wann und in welcher Höhe sich die Unternehmen das Geld von ihren Kunden zurückholen, bleibt ihnen selbst überlassen.
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