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Tarifstreit zwischen Lufthansa und UFO
Von Gesprächen noch meilenweit entfernt
Auch nach den Streiks vom Freitag gehen im Tarifstreit bei der Lufthansa beide Seiten nicht aufeinander zu.
"Der, der auf uns zugehen muss, ist die Gewerkschaft - unser Angebot liegt auf dem Tisch", sagte ein Sprecher der Lufthansa der Nachrichtenagentur dpa. Er wertete das bestehende Angebot für die Flugbegleiter als ausreichend, weil es "sehr weitreichende Zusagen zur Sicherheit der Arbeitsplätze" beinhalte.
"Wir sehen im Moment keine Veranlassung, da nachzubessern", fügte er hinzu. Zugleich forderte er die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO auf, zum Verhandlungstisch zurückzukehren.
Streik der Lufthansa-Flugbegleiter behindert Flugverkehr
tagesthemen 21:45 Uhr, 31.08.2012, Alex Jakubowski, HR
"Kein akzeptables Angebot bekommen"
Die Gewerkschaft wies dies zurück: "Wir haben bislang kein akzeptables Angebot der Lufthansa bekommen - und rechnen auch nicht damit", sagte ein Sprecher und drohte mit weiteren Streiks. Die Zugeständnisse des Unternehmens seien nicht akzeptabel. Außerdem stellte er bundesweite Streiks in Aussicht. "Wir sind in der Lage, innerhalb kürzester Zeit in ganz Deutschland loszulegen", sagte er.
Wann und wo das Kabinenpersonal in den Ausstand treten könnte, ließ er aber offen. "Das kündigen wir sechs Stunden vorher an."
UFO fordert neben fünf Prozent höheren Entgelten auch das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa plant mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken. Die Lufthansa bietet 3,5 Prozent mehr Gehalt und den Verzicht auf Leiharbeit und betriebsbedingte Kündigungen.
Unterdessen sind die Auswirkungen des Flugbegleiterstreiks in Frankfurt weitgehend behoben. "Aktuell ist es recht ruhig", sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty.
19 ausgefallene Flüge
Heute fielen nach Konzernangaben noch 19 innerdeutsche und europäische Flüge aus. Die Nachwirkungen des Streiks führte ein Lufthansa-Sprecher auf das "komplexe System" des Luftverkehrs zurück. So seien Flugzeuge nicht an den richtigen Orten oder Crews nicht verfügbar gewesen. Der Streik habe Schäden in Millionenhöhe verursacht.
Am Freitag hatte der von fünf bis 13 Uhr dauernde Streik der Stewardessen und Stewards am Frankfurter Flughafen für Behinderungen gesorgt. 26.000 Passagiere saßen fest, 190 Flüge fielen aus, der größte Flughafen Deutschlands wurde teilweise geschlossen. Vorübergehend durfte in ganz Europa kein Flugzeug mehr Richtung Frankfurt starten - die Parkpositionen für Jets waren knapp geworden.
Etwa 350 internationale Fluggäste ohne Visum für Deutschland mussten auf dem Flughafen im Transitbereich übernachten.
Stand: 01.09.2012 13:48 Uhr
