Seitenueberschrift

Anzeigetafel mit annullierten Flügen

Arbeitskampf des Kabinenpersonals

UFO-Streik trifft Lufthansa und Passagiere hart

Am ersten Streiktag der Flugbegleiter hat die Lufthansa nach eigenen Angaben 190 Flüge gestrichen. Die Gewerkschaft UFO sprach sogar von 280 ausgefallenen Flügen. Vor allem Verbindungen innerhalb Deutschlands und Europas seien betroffen gewesen, erklärte ein Unternehmenssprecher. Von dem achtstündigen Ausstand des Kabinenpersonals am Frankfurter Flughafen seien 26.000 Passagiere betroffen gewesen.

Am Freitagnachmittag begann sich die Lage allmählich zu normalisieren. Um die Maschinen bis Samstagmorgen zu ihren planmäßigen Abflugorten zu bringen, plante Lufthansa nach eigenen Angaben Extraflüge ein.

Ob die Arbeitsniederlegungen am Wochenende weitergehen, ist derzeit unklar. UFO-Chef Nicoley Baublies sagte dem Bayerischen Rundfunk, auch am Wochenende seien weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen. "Das kommt sehr darauf an, wie die Lufthansa jetzt reagiert und wie massiv sie versucht, die Leute zum Streikbrechen aufzurufen und unter Druck zu setzen." Die Gewerkschaft hatte erklärt, Streiktermine und Streikorte jeweils erst sechs Stunden vor dem geplanten Beginn zu veröffentlichen.

Streik der Lufthansa-Flugbegleiter behindert Flugverkehr
tagesthemen 21:45 Uhr, 31.08.2012, Alex Jakubowski, HR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Zeitweise keine Starts in Richtung Frankfurt möglich

Der erste Tag der Arbeitsniederlegungen hatte nicht nur für die Lufthansa und ihre Passagiere massive Folgen, sondern auch für Deutschlands größten Flughafen in Frankfurt. Weil die Maschinen dort ohne Kabinenpersonal nicht starten konnten, wurden zwischenzeitlich die Parkpositionen für die Jets knapp. Für etwa eineinhalb Stunden konnten keine Maschinen von europäischen Flughäfen mehr in Richtung Frankfurt starten, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport sagte.

UFO zeigte sich nach dem ersten Streiktag kampfeslustig. Der achtstündige Ausstand sei ein grandioser Erfolg gewesen, müsse nun aber eingehender bewertet werden, sagte Baublies. "Wir sind auf einen sehr langen Arbeitskampf eingerichtet", fügte er hinzu. Die Streiks sollten in den nächsten Wochen noch verschärft werden. Wenn die Lufthansa nicht einlenke, könne der Ausstand auch bis zum Herbst oder Winter dauern.

Langwieriger Tarifkonflikt

In den bereits seit mehr als einem Jahr dauernden Tarifverhandlungen kämpft UFO für höhere Löhne der etwa 19.000 Lufthansa-Flugbegleiter und gegen die Auslagerung von Stellen. Nach Ansicht des Lufthansa-Managements sind wegen der harten Konkurrenz von Billig-Fliegern wie Ryanair dagegen Einschnitte nötig.

Stand: 01.09.2012 04:31 Uhr

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

31 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.

Darstellung: