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Arbeitskampf der Lufthansa-Flugbegleiter
Von 5 bis 13 Uhr wird in Frankfurt gestreikt
Die Flugbegleiter der Lufthansa bestreiken von 5 bis 13 Uhr alle Flüge der Fluggesellschaft am Frankfurter Flughafen. Das teilte die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo am späten Abend mit. Fluggäste müssen sich auf erhebliche Behinderungen und Flugausfälle einrichten. Nach Angaben von Ufo-Sprecher Alexander Behrens sollen sowohl Kurz- als auch Langstreckenflüge betroffen sein. Am Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt starten und landen jeden Tag 840 Maschinen der Fluggesellschaft. Es ist der erste Ausstand des Kabinenpersonals in der Geschichte der Lufthansa.
Michael Immel (HR) zum Streik der Flugbegleiter
tagesthemen 22:15 Uhr, 30.08.2012
Manche Fluggäste dürfen von der späten Ankündigung kalt erwischt werden. Ufo-Chef Nicoley Baublies hatte zuvor nicht nur den genauen Ort, sondern auch die Zahl der betroffenen Flughäfen offengelassen. "Ob das ein, zwei oder drei Stationen sind, können wir auch noch nicht sagen." Genaue Uhrzeit und Orte sollten erst sechs Stunden vor Streikbeginn bekanntgegeben werden. "Wenn die Lufthansa das weit vorher weiß, dann wird sie ihre Bemühungen, andere Airlines und Personal an bestreikte Flughäfen zu verschiffen, verstärken", meinte der Gewerkschafter.
Lufthansa: Notfallpläne in der Schublade
Ein Lufthansa-Sprecher sagte, Passagiere müssten in jedem Fall mit Verspätungen und Behinderungen rechnen. Wie gravierend diese ausfielen, sei schwer abzuschätzen. "Wir haben seit einiger Zeit Notfallpläne in der Schublade", sagte der Unternehmenssprecher. Denkbar sei etwa, dass Regionalpartner wie die Tochtergesellschaft Germanwings vermehrt in die Bresche sprängen, um die Streikfolgen abzumildern. Absolute Priorität hat für die Lufthansa nach eigenen Angaben die Durchführung der Interkontinentalverbindungen.
Verhandlungen gescheitert
In der Nacht zum Dienstag waren die langwierigen Tarifverhandlungen gescheitert. UFO hatte neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit an Bord von Lufthansa-Maschinen verlangt. Die Verhandlungspartner wiesen sich gegenseitig die Verantwortung für das Scheitern zu. Die Mitglieder der Gewerkschaft hatten bereits in einer Urabstimmung eindeutig für einen möglichen Arbeitskampf votiert.
Der Tarifstreit dauert bereits seit gut einem Jahr. Nach Ansicht des Managements sind Einschnitte nötig, da Billigfluggesellschaften der Lufthansa in Europa das Leben schwer machen und sie auf den Fernstrecken Passagiere an Rivalen aus dem Nahen Osten verlieren. Die Airline legte deshalb ein Milliarden-Sparprogramm auf und verlangt nun, dass auch die Bord-Servicekräfte einen Beitrag leisten.
Rechte von Passagieren bei Streik
ARD-Mittagsmagazin, 30.08.2012, Daniel Satra, NDR
Massive Behinderungen im Flugverkehr erwartet
Der angekündigte Streik dürfte den Flugverkehr massiv behindern, zumal in vier Bundesländern die Ferien am Freitag enden. In Baden-Württemberg und Bayern dauern sie gar noch bis Mitte September.
Die Lufthansa fürchtet hohe Einbußen. "An einem sehr verkehrsreichen Tag könnten die Schäden Millionenhöhe erreichen", sagte Lufthansa-Passagiervorstand Peter Gerber. Die Fluggesellschaft sei aber gut vorbereitet und bemüht, die Auswirkungen für die Fluggäste möglichst gering zu halten.
Stand: 31.08.2012 00:24 Uhr
