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Flugbegleiter der Lufthansa wollen streiken

Tarifverhandlungen gescheitert

Flugbegleiter der Lufthansa wollen streiken

Bei der Lufthansa gibt es zum Ende der Ferienzeit einen Streik des Kabinenpersonals. "Wir sind ab heute im Arbeitskampf mit der Lufthansa", teilte die Gewerkschaft UFO in Frankfurt am Main mit. Man wolle ab sofort an allen deutschen Flughäfen unbefristet streiken.

Für heute seien allerdings noch keine Aktionen geplant. Ein genauer Zeitpunkt der ersten Maßnahmen wurde aus taktischen Gründen nicht genannt. Man werde ohne Vorwarnungen in den nächsten Wochen zeitlich und punktuell zu Streiks aufrufen, erklärte Gewerkschaftschef Nicoley Baublies. Einen flächendeckenden Streik werde man in den kommenden Wochen vorbereiten.

Flugbegleiter rufen Streik aus
tagesschau 20:00 Uhr, 28.08.2012, Oliver Feldforth, HR

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Massive Behinderungen im Flugverkehr erwartet

Der angekündigte Streik dürfte den Flugverkehr massiv behindern, zumal in vier Bundesländern die Ferien am 31. August enden. In Baden-Württemberg und Bayern dauern sie gar noch bis Mitte September. Die Lufthansa fürchtet hohe Einbußen. "An einem sehr verkehrsreichen Tag könnten die Schäden Million-Höhe erreichen", sagte Lufthansa-Passagiervorstand Peter Gerber. Die Fluggesellschaft sei aber gut vorbereitet und bemüht, die Auswirkungen für die Fluggäste möglichst gering zu halten. Zudem prüfe die Lufthansa eine Klage gegen den Streik, sagte Gerber.

Die Mitglieder der Gewerkschaft hatten bereits in einer Urabstimmung eindeutig für einen möglichen Arbeitskampf votiert. Eine erneute Abstimmung ist daher nicht notwendig. Die Mitglieder müssten nur zu einem positiven Verhandlungsergebnis erneut befragt werden.

Strittige Themen: Leiharbeit und Ausgliederung von Beschäftigten

Zuvor hatte die Lufthansa mitgeteilt, dass die Tarifverhandlungen der Fluggesellschaft mit der Gewerkschaft der Flugbegleiter UFO gescheitert seien. Bis tief in die Nacht sollen die Gesprächspartner um eine Lösung für die rund 19.000 Beschäftigten gerungen haben.

Vor allem bei den strittigen Themen Leiharbeit und Ausgliederung von Beschäftigten konnten sie sich laut Verhandlungsteilnehmern nicht einigen, meldete die Nachrichtenagentur dapd. UFO wehrt sich gegen den Einsatz von Leiharbeitern auf bestimmten Flügen. Zudem will die Gewerkschaft die Verlagerung von Arbeitsplätzen in eine vom Konzern angedachte Billigflugtochter verhindern.

In der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft die neue Verhandlungsrunde mit der Lufthansa als einen "klar terminierten, letzten Versuch" einer Einigung für die etwa 19.000 Flugbegleiter des Unternehmens bezeichnet. Das von Lufthansa vorgelegte Angebot zu Vergütungs- und Eingruppierungsfragen hatte UFO als "nicht verhandelbar" zurückgewiesen, weil es sich "erwartungsgemäß um ein reines Spar- und Forderungspaket" handle.

Streit seit einem Jahr

Die Verhandlungen ziehen sich bereits seit mehr als einem Jahr hin. Die Flugbegleiter fordern einerseits Lohnerhöhungen um fünf Prozent. Andererseits stemmen sie sich aber auch gegen den Sparkurs des Konzerns und dessen Folgen.

Lufthansa will den operativen Gewinn bis 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro steigern. Das Passagiergeschäft soll dazu rund 900 Millionen Euro beitragen, allein 600 Millionen Euro sollen aus Einsparungen kommen.

Stand: 28.08.2012 13:18 Uhr

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