Germanwings-Tarifstreit: UFO droht mit baldigem Streik

Tarifkonflikt bei Germanwings

Kaum gestartet, schon ein Streik?

A319 von Germanwings (Bildquelle: dpa)
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Germanwings bedient einen Großteil der europäischen Lufthansa-Strecken.

Unmittelbar nach ihrem "Neustart" droht der Lufthansa-Tochter Germanwings ein Streik ihres Kabinenpersonals. Der Chef der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO, Nicoley Baublies, sagte der "Bild"-Zeitung, die erforderlichen 70 Prozent Beteiligung an der bis Freitag laufenden Urabstimmung seien "schon jetzt deutlich übererfüllt". Gleiches gelte für die Zustimmung zum Arbeitskampf.

Die Tarifverhandlungen gingen zwar am Donnerstag und Freitag weiter, sagte Baublies. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen werde es jedoch zu keiner Tarifeinigung kommen: "Da müsste schon eine überraschende Wende passieren." Sollten die Verhandlungen scheitern, werde UFO am Samstagvormittag das weitere Vorgehen verkünden. Erste Streiks werde es dann bereits am Montag geben.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem fünf Prozent mehr Vergütung für die Flugbegleiter der Lufthansa-Konzerntochter. Daneben geht es UFO um die Eindämmung befristeter Arbeitsverträge, Regelungen zu Wechselmöglichkeiten zur Mutter-Airline Lufthansa und neue Vergütungsstufen. Die Verhandlungen über den Mantel- und Vergütungstarifvertrag laufen nach Angaben der Gewerkschaft seit einem Dreivierteljahr.

"Neue Germanwings" erst gestern gestartet

Die Lufthansa hatte erst am Montag die "neue Germanwings" gestartet. Die Tochtermarke bedient künftig sämtliche Strecken des Konzerns innerhalb Europas, abgesehen von den Flügen, die über Frankfurt und München laufen. Damit wandern Flüge, die bislang unter der Marke Lufthansa bedient wurden, zur Billigtochter.

Die Lufthansa steht unter erheblichem Kostendruck. Ende vergangenen Jahres hatte Deutschlands größte Fluggesellschaft deshalb eine Neuausrichtung ihres Geschäfts bekanntgegeben. Derzeit durchläuft das Unternehmen ein Sparprogramm.

Lufthansa-Chef Christoph Franz hatte gemahnt, die Kostenvorteile von 20 bis 30 Prozent unterhalb des Lufthansa-Niveaus nicht zu verspielen. "Germanwings muss günstig bleiben. Wenn dies durch zu hohe Tarifabschlüsse nicht mehr gegeben ist, hat auch die Germanwings ihre Existenzgrundlage verloren."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Juli 2013 um 15:30 Uhr.

Stand: 02.07.2013 14:47 Uhr

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